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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

15.04.2004

Die neue Norm für Sicherheitsschränke


Während in Europa für viele Branchen bereits einheitliche Standards gelten, waren die Regelungen für die Lagerung von Gefahrstoffen in Sicherheitsschränken in den einzelnen Ländern immer noch höchst unterschiedlich geregelt.

Jetzt steht endlich fest: Die neue Norm EN 14470-1 tritt im April diesen Jahres in Kraft! Damit ist die Harmonisierung Europas und die Vereinheitlichung von Sicherheitsstandards ein großes Stück vorangekommen.

Bisher gab es nur in Deutschland, den Niederlanden und Österreich Normen und Richtlinien für Sicherheitsschränke, in denen brennbare Flüssigkeiten gelagert werden können. In allen anderen europäischen Ländern gab es bis zu diesem Zeitpunkt weder Schrank-Normen noch Verordnungen und Richtlinien, die einen Sicherheitsschrank und dessen Anwendungsmöglichkeiten definieren. Absolutes Novum in Europa: Zum ersten Mal überhaupt werden mit der neuen Norm neben Mitarbeitern auch Feuerwehrleute und Rettungskräfte als ausdrückliches Schutzziel definiert!

In Deutschland mussten Sicherheitsschränke bislang den Prüfkriterien nach DIN 12925-1 und TRbF 20 standhalten. Dies setzte eine Feuerwiderstandsfähigkeit (FWF) von 90 Minuten zur uneingeschränkten Nutzung voraus. Die neue Norm EN 14470-1 lässt nun eine Unterteilung in Typ 90, 60, 30 und 15 Minuten zu. Die einzelnen europäischen Länder werden ihre eigene FWF/Typ-Klasse auswählen und definieren. In Deutschland bestätigt die neue EN 14470-1 den geltenden Sicherheitsstandard: FWF90 ist und bleibt Stand der Technik! Mit der EN-Norm steigen die Anforderungen an Prüfung und Zertifizierung der Sicherheitsschränke. Jedes Schrankmodell muss nun einem einheitlichen Brandkammertest unterzogen werden.

Eine weitere bedeutende Neuerung der EN-Norm: Bisher war es bei einigen Herstellern gängige Praxis, nur das Hauptmodell einer Schrankserie den aufwändigen und teuren Brandkammertests zu unterziehen. Es reichte aus, die Sicherheit für abweichende Schrankmodelle ohne Brandkammertest (zerstörerische Prüfung) mit einer gutachterlichen Stellungnahme bestätigen zu lassen.

Mit der neuen EN 14470-1 ist dies nicht mehr möglich. Alle Schrankmodelle und jede Schrankgröße müssen einen eigenen Brandkammertest durchlaufen. Diese Prüfungen dürfen zudem nur in zugelassenen Materialprüfanstalten ausgeführt werden. "Nur diese Methode macht unserer Ansicht nach Sinn, denn kein Mensch würde zum Beispiel einen Kindersitz für sein Auto kaufen, dessen Sicherheit nicht in einem Crashtest nachgewiesen werden konnte", so Günther Rossdeutscher, Geschäftsführer von asecos Deutschland.

Quelle: asecos GmbH




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