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13.04.2004

Umweltfreundlichere Lackierungen wegen neuer VOC-Richtlinie


Viele Unternehmen wollen schon wegen der neuen VOC-Richtlinie zu umweltfreundlicheren Lackiertechniken wechseln, ohne größere Produktionsausfälle zu erleiden. Lösungen dazu präsentieren Wissenschaftler vom Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Materialforschung IFAM vom 19. bis 24. April auf der Hannover Messe.

Die neue VOC-Richtlinie kommt: Ab 2007 dürfen lösemittelhaltige Lacke, die einen hohen Prozentsatz von VOCs - Voilatile Organic Compounds - enthalten, nur noch eingeschränkt verwendet werden. Während die Lackhersteller sich bereits seit längerer Zeit darauf konzentrieren, neue lösemittelreduzierte Lacke zu entwickeln, stehen vor allem mittelständische Unternehmen vor großen Problemen. "Sie müssen den Umstieg ohne größere Produktionsverzögerungen oder gar -Ausfälle meistern", weiß Dr. Volkmar Stenzel, der die Arbeitsgruppe Lacktechnik am IFAM leitet. "Doch das ist nicht so einfach, denn die meisten Betriebe müssen neue Lacksysteme mit zunächst unbekannter Leistungsfähigkeit und Verarbeitbarkeit einsetzen und zusätzlich häufig ihre Anlagen dafür umstrukturieren. Die neuen Lacke brauchen andere Verarbeitungstechniken."

Die Folge: "Viele Betriebe warten einfach ab, ob aus Unkenntnis oder weil sie nicht wissen, wie sie den Umstieg schaffen sollen", weiß Lackexperte Stenzel. "Wir helfen Unternehmern bei der Umstellung auf wasserbasierte Lacke oder Pulverlacke. Damit die Produktion nahtlos weitergehen kann, ist eine umfangreiche Planung und Prüfung von Lackmaterial und -Verarbeitung nötig." Auf der Hannover Messe bieten die IFAM-Wissenschaftler im Praxispark-Kompetenzzentrum für Oberflächentechnik maßgeschneiderte Lösungen für den Umstieg auf die neue VOC-Richtlinie an.

Am Beispiel einer Materialprobe aus dem Flugzeugbau zeigen die Wissenschaftler, dass Lackierungen für höchste technische Ansprüche bereits mit wasserverdünnbaren Lacken durchgeführt werden können. Kernkompetenz der IFAM-Lackexperten ist die Qualifizierung von Lacken und den zugehörigen Verarbeitungsverfahren. Daneben entwickeln sie Lacke für Nischenanwendungen, etwa für die Luft- und Raumfahrt. "Hochabriebfeste Lacke, wie sie hier für bestimmte Bauteile gefragt sind, sind häufig kein Thema für die Lackhersteller, da hier nur geringe Mengen gebraucht werden", sagt Stenzel. Hier müssen Rohstoffhersteller, Lackingenieure und Polymerspezialisten gemeinsam eine Lackzusammensetzung finden, die zum einen umweltverträglich, hochfest und auch noch leicht aufzutragen ist. Weiterer Schwerpunkt der Arbeitsgruppe Lacktechnik ist das Farbton-Management. Hier geht es beispielsweise darum, dass Karosserie und Anbauteile wie etwa Stoßfänger denselben Farbton haben müssen, auch wenn sie in unterschiedlichen Betrieben unter verschiedenen Bedingungen lackiert werden. Besonders anspruchsvoll sind hier moderne changierende Lacke.

Auch beim Korrosionsschutz sowie der Kunststofflackierung stehen die Experten mit Rat und Tat zur Seite. Außerdem bieten die Experten Lösungen für das Kleben lackierter Oberflächen an. Dabei wird der Lack zum Konstruktionselement, eine Aufgabe, für die der Lack normalerweise nicht entwickelt wurde. Durch das Kleben auf Lack können Prozessschritte eingespart und neue Konzepte zur Oberflächenbehandlung realisiert werden.

Quelle: Fraunhofer-Gesellschaft




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