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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

29.03.2004

Bilanz: Zwei Jahre Acrylamid in Lebensmitteln


Zwei Jahre sind vergangen, seit die Schwedische Behörde für Lebensmittelsicherheit auf ein gesundheitliches Risiko aufmerksam gemacht hat, das für breite Teile der Bevölkerung von Bedeutung ist: Acrylamid (1). Den "Baustein" für Kunststoffe wiesen die Schweden in zum Teil hohen Mengen in einer Vielzahl von Lebensmitteln nach. Acrylamid entsteht, wenn stärkehaltige Lebensmittel gebraten, gebacken oder frittiert werden, im Zuge der "Bräunungsreaktion". Die Substanz löst im Tierversuch Krebs aus und schädigt das Erbgut. Ein Risiko kann auch bei Aufnahme geringer Mengen nicht ausgeschlossen werden. Mit großer Wahrscheinlichkeit können diese gesundheitsschädigenden Wirkungen von Acrylamid auch beim Menschen auftreten. Das BfR hat das gesundheitliche Risiko, das für den Verbraucher von acrylamidhaltigen Lebensmitteln ausgehen kann, im Vergleich zu anderen stofflichen Risiken als bedeutend gewertet und gefordert, dass die Belastung schnellstmöglich drastisch gesenkt wird.

Seit der Veröffentlichung der schwedischen Untersuchungsergebnisse sind auf politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene eine Reihe von Maßnahmen ergriffen worden, die darauf zielten, das Risiko für den Verbraucher zu reduzieren. Nach zwei Jahren hat das BfR die Wirksamkeit der Maßnahmen aus Sicht der Risikobewertung analysiert und eine erste Bilanz gezogen. Das Institut kommt zu dem Ergebnis, dass sowohl Aufklärungsmaßnahmen im privaten und gewerblichen als auch technologische Maßnahmen im industriellen Bereich in ihrer Summe zu einer Reduzierung der Acrylamidbelastung durch Lebensmittel geführt haben. Eine quantitative Untermauerung dieser Einschätzung ist wegen des Fehlens valider Daten aber nicht möglich. Um die Wirksamkeit der Maßnahmen im Hinblick auf die Minimierung des gesundheitlichen Risikos für den Verbraucher quantitativ beurteilen und das Risiko für den Verbraucher nachhaltig minimieren zu können, hält das Institut eine Reihe weiterer Maßnahmen für erforderlich. Dazu gehören unter anderem Verbesserungen bei der Erhebung von Daten zur Acrylamidbelastung von Lebensmitteln und die Erarbeitung von Richtlinien für eine gute Herstellungspraxis.

Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)




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