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18.03.2004

Wirkstoffforschung: F&E-Budgets werden langsam wieder größer


Im weltweiten Markt für Wirkstoffforschung herrscht derzeit vorsichtiger Optimismus, wenn es um die geplanten Investitionen in Forschung und Entwicklung geht. Nach einem schwierigen Jahr 2002, das neben der allgemeinen Wirtschaftsflaute geprägt war durch Konsolidierung und Kürzungen bei den F&E-Ausgaben in Biotech und Pharma, war 2003 bereits eine leichte Erhöhung der F&E-Budgets zu verzeichnen. Der positive Trend wird sich laut einer neuen Analyse der Unternehmensberatung Frost & Sullivan weiter fortsetzen. Im Jahr 2002 noch auf 19,6 Milliarden US-Dollar beziffert, sollen sich die weltweiten Ausgaben für die Wirkstoffforschung im Jahr 2006 bereits auf 25,1 Milliarden US-Dollar belaufen.

In der Pharmaindustrie hatten sich in den letzten Jahren unter anderem die schlechten Verkaufszahlen hochpreisiger Medikamente negativ auf das F&E-Budget ausgewirkt. Allerdings wächst derzeit der Druck auf Pharmaunternehmen, die Wirkstoffforschung und damit die Entwicklung neuer Therapieformen voranzutreiben. Gleichzeitig besteht die dringende Notwendigkeit, das Marktwachstum zu beschleunigen. Diese Faktoren und die erhöhten Ausgaben für biologische Kriegsführung werden dem Markt laut Branchenanalyst Isaac Meek von Frost & Sullivans Drug Discovery Technologies Group neue Impulse verleihen.

Spürbarer Aufwind

Auch in der Biotech-Industrie zeichnet sich ein Trend ab, der zu einer Steigerung der F&E-Investitionen beitragen dürfte: "Viele der großen Wirkstoffforschungsunternehmen im Bereich Biotechnologie verwandeln sich langsam, aber sicher in produktzentrierte Pharmafirmen und nutzen dabei starke Produkt-Pipelines", erläutert Meek. "Auch Agrobiotech-Unternehmen werden künftig mehr Geld in Forschung und Entwicklung stecken, weil die Nachfrage nach Biotech-Saatgut für die Landwirtschaft steigt."

Rückläufige Tendenz bei Instrumenten

Insgesamt hat der verstärkte Einsatz von Data Mining und neuen Rechentechniken in der Wirkstoffforschung zu veränderten Verkaufszahlen bei Verbrauchsartikeln, Reagenzien und Instrumenten geführt. Während bei den Produkten zur Separation von Nukleinsäuren und Proteinen kontinuierliche Zuwächse zu verzeichnen sind, entwickelt sich der Einkauf teurer Geräte und der damit verbundenen, für die Sequenzierung notwendigen Verbrauchsartikel eher rückläufig.

Niedriges Budget des NIH zwingt zu Kostensenkungen

Herstellern von Forschungsausrüstung rät Frost & Sullivan dazu, ihre Strategien neu auszurichten und innovative Technologien für Genomik und Proteomik zu entwickeln sowie ausgereifte Instrumente mit höherem Durchsatz und größerer Empfindlichkeit anzubieten. "Mit solchen Neuerungen dürfte sich auch das schrumpfende Budget des US-amerikanischen National Institute of Health (NIH) ausgleichen lassen", meint Meek. "Das NIH leistet traditionell einen erheblichen Beitrag zum Absatz von Forschungsprodukten. Nun zwingen die Budgetkürzungen der letzten Jahre akademische und staatliche Forschungsgruppen dazu, ihre F&E-Kosten niedrig zu halten und die Durchschnittskosten pro Experiment zu senken. Davon sind natürlich auch die Hersteller von Produkten für die Forschung betroffen."

Gute Chancen durch Geräte einfacher Handhabung

Bei den Kunden im Sektor Wirkstoffforschung hat sich das Prioritätenspektrum erweitert: Während noch vor einiger Zeit Kosten und Verfügbarkeit die wichtigsten Kaufargumente waren, gewinnen inzwischen Aspekte wie einfache Handhabung, Neuartigkeit, Effizienz und Miniaturisierung und Standardisierung zunehmend an Bedeutung. Wer diese Bedürfnisse erfüllen kann, hat laut Meek gute Chancen auf Vergrößerung seines Marktanteils.

Als wichtigste Player im Markt nennt Frost & Sullivan die Unternehmen Amersham Biosciences, Thermo Electron Corp., Agilent Technologies, Sigma-Aldrich, Applied Biosystems, Merck KGaA, Fisher Scientific, Invitrogen Corp. und Millipore.

Quelle: Frost & Sullivan




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