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06.03.2003

Labors spielen weiterhin die Hauptrolle bei hämatologischer Diagnostik


Der Europamarkt für hämatologische Diagnostik kommt wieder in Schwung. Während die meisten Test-Methoden schon über zehn Jahre alt sind und das Potenzial für eine weitere Expansion erschöpft schien, sieht die Unternehmensberatung Frost & Sullivan jetzt neue Wachstumsmöglichkeiten. Im Jahr 2002 noch auf 600 Millionen US-Dollar beziffert, soll der Marktwert bis 2009 auf über 750 Millionen US-Dollar steigen.

Laut Analyst Alex Wong von Frost & Sullivan erhält die Branche Aufwind durch den zunehmenden Einsatz von innovativen, vergleichsweise teuren laborbasierten Tests sowie durch Hämoglobin-Tests im Point-of-Care-Format. Unterstützt wird der Trend durch die zentrale Bedeutung von Bluttests innerhalb der Routine-Diagnostik und -Überwachung sowie durch die europaweit wachsende Zahl an älteren Menschen, die sich solchen Tests unterziehen.

Bei Routine-Screenings setzen die Anwender auch weiterhin auf die traditionelle Vorgehensweise. Grundlage bleibt der Standard-Bluttest mit vollständigem Blutbild (Complete Blood Count, CBC). Entsprechend ist in diesem Sektor mit einem gleichbleibend hohen Umsatzvolumen zu rechnen. Neue Impulse gehen dagegen von qualitativ hochwertigen, innovativen Systemen mit verbesserter Funktionalität aus. "Die modernen Prüfverfahren sind zuverlässiger, sensibler und noch weiter automatisiert und ermöglichen daher eine exaktere Diagnose als ihre Vorgänger," erläutert Wong. "Außerdem lassen sich damit auch vergleichsweise neue Parameter testen wie zum Beispiel Variationen von Leukozyten und Thrombozyten." Die hohen Preise der neuen Testverfahren werden das Marktwachstum ebenso vorantreiben wie die Erlöse aus der Kombination CBC plus Leukozytendifferential-Zählung, die voraussichtlich nach und nach die CBC-Stand-alone-Tests ersetzen wird.

Angesichts der immer schärferen Budgetkontrollen im Gesundheitswesen ist laut Frost & Sullivan allerdings davon auszugehen, dass sich die Einführung der teureren Tests kurzfristig verzögern wird. Als zusätzliche Wachstumsbremse erweist sich die Tatsache, dass Hämoglobin, der wichtigste Blutmarker bei Point-of-Care-Tests, bereits als Bestandteil einer umfassenderen, mithilfe von automatisierten Blutgas-Analysatoren durchgeführten Testreihe angeboten wird. Weil diese Analysegeräte in Krankenhäusern installiert sind, ist davon auszugehen, dass die meisten Tests weiterhin in Klinik-Labors durchgeführt werden statt patientennah, also direkt am "Point of Care". Dass das Labor auch zukünftig die Hauptrolle bei der hämatologischen Diagnostik spielen wird, zeigt sich nicht zuletzt daran, dass die großen Krankenhauslabors derzeit durch kleinere Labors und mobile Einheiten für den flexiblen Einsatz in Kliniken oder am Ort der Erstversorgung erweitert werden.

Der Labor-Sektor wird laut Frost & Sullivan von fünf Unternehmen dominiert, an der Spitze Beckman Coulter. Ernsthafte Konkurrenz ist allerdings durch Sysmex und ABX zu erwarten, die mit ihrem gemeinsamen Hämatologie-Schwerpunkt, kontinuierlichen F&E-Bemühungen und innovativen Produkten ihre Wettbewerbsfähigkeit unter Beweis stellen. Im kleineren Sektor für POC-Hämoglobintests wird die Firma Hemocue voraussichtlich ihr Monopol halten können. "Grundsätzlich ist festzustellen, dass sich die Angst vor einer rückläufigen Marktentwicklung langsam legt und die Akteure wieder zuversichtlicher in die Zukunft blicken," so Alex Wong.

Titel der Analyse: Frost & Sullivan's Analysis Of The European Haematology Diagnostics Market (Report B151)

Quelle: Frost & Sullivan




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