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11.12.2003

Marktanalyse "Biopharmazeutische Herstellung von Wirkstoffen"


Mit biotechnologisch hergestellten Medikamenten wurden nach einer neuen Analyse der Unternehmensberatung Frost & Sullivan im Jahr 2002 weltweit 41,3 Milliarden US-Dollar umgesetzt. Unbestrittener Marktführer sind dabei die USA, auf die ein Anteil von jeweils über 70 Prozent am Gesamtumsatz und an Forschungs- und Entwicklungsausgaben entfällt. Mit 8,3 Milliarden US-Dollar Umsatz (20 Prozent) und Ausgaben von fast 5,0 Milliarden US-Dollar für Forschung und Entwicklung (22 Prozent) folgt Europa auf dem zweiten Platz.

Europa ist traditionell stark im Bereich Forschung und Entwicklung, verfügt über fortgeschrittene technologische Fähigkeiten und beherbergt weltweit die meisten Biotechnologieunternehmen. Die weitere dynamische Entwicklung ist allerdings durch ernsthafte Finanzierungsprobleme und Kapazitätsengpässe gefährdet. Nachhaltiges Wachstum in der Region ist nach Dr. Raju Adhikari, Research Analyst bei Frost & Sullivan, nur möglich, wenn die Wettbewerber diesen Herausforderungen wirksam begegnen.

"Unternehmen, die ,knapp bei Kasse' sind, müssen, um überleben zu können, Kosten reduzieren und ihre Leistungsorientierung verstärken. Das bedeutet, dass sie ihre Forschung so effizient organisieren müssen, dass sie mehr marktfähige Produkte liefert", erläutert Dr. Adhikari.

Die zweite kritische Herausforderung für die Branche insgesamt ist die Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage bei den Fertigungskapazitäten. Dr. Adhikari führt dazu aus: "Kurzfristig bedeutet der zu erwartende Kapazitätsengpass zwar, dass die Unternehmen erstklassige Preise für ihre Leistungen erzielen können. Langfristig könnte sich das aber völlig verändern, wenn sich durch neue Fertigungsstandorte und Kapazitätsausbau schwierigere Marktbedingungen für die Hersteller entwickeln." Immerhin sollen die Fertigungskapazitäten von zwei Millionen Litern im Jahr 2003 auf über drei Millionen Liter im Jahr 2006 ausgebaut werden.

Insbesondere die zahlreichen biopharmazeutischen Wirkstoffe, die sich in der klinischen Erprobung befinden, dürften eine beträchtliche Kapazitätsnachfrage entstehen lassen und dadurch einen weiteren Kapazitätsausbau motivieren. Laufende Versuche mit Schlüsselmedikamenten für Krebs, AIDS, Diabetes und Herzerkrankungen sollen die Nachfrage zusätzlich stimulieren. Die zunehmende Verbreitung der genannten Krankheiten und die wachsende Zahl alter Menschen dürften auch weiter zu einer steigenden Kapazitätsnachfrage beitragen.

Allerdings könnten eine gesteigerte Prozessausbeute und neue Expressionssysteme für die großtechnische Herstellung von Wirkstoffen das Kapazitätsangebot dramatisch verändern. So hat beispielsweise die transgene Technologie das Potenzial, große Produktionskapazitäten zu viel niedrigeren Kosten zu liefern als gegenwärtige Expressionssysteme. Insofern gilt: "Wenn das Kapazitätsangebot die Nachfrage übersteigt, hätte das entscheidende Auswirkungen auf die gesamte Branche und würde die Bedeutung der Fertigungsfunktion schwächen. Dann wäre mit einer Reduzierung der Preise für die Vertragsfertigung zu rechnen, was zulasten der Gewinnmargen der Vertragshersteller gehen würde. Vorteilhaft wären die Überkapazitäten dagegen unter dem Gesichtspunkt einer besseren Verfügbarkeit der Produkte und eines leichteren Zugangs zu Kapazitäten für Forschungs- und Entwicklungsfirmen," schließt Adhikari.

Titel der Analyse:
Biopharmaceuticals Industry Analysis - Quantification of Supply and Demand of Manufacturing Capacities (Report B181)

Quelle: Frost & Sullivan




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