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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

11.11.2003

Young Scientist Award 2003 für Optimierung eines Bakterium als Aminosäure-Fabrik


Dr. Christoph Wittmann vom Institut für Technische Biochemie der Universität des Saarlandes wurde anlässlich der 12. Europäischen Tagung der Biotechnologen in Basel der Young Scientist Award 2003 der European Federation of Biotechnology verliehen.

Jährlich werden weltweit bis zu zwei Millionen Tonnen Aminosäuren in der Pharma-, Lebens- und Futtermittelindustrie benötigt. Die Säuren dienen z.B. als Geschmacksverstärker in Fertiggerichten (Glutamat) oder als Zusatzstoffe in Futtermitteln, die die gesunde Entwicklung von Nutztieren unterstützen (Lysin). Hauptproduzenten der Aminosäuren sind im Erdreich lebende Mikroorganismen.
In den winzig kleinen, aber höchst komplexen Bio-Reaktoren laufen bis zu mehrere tausend Stoffumwandlungen ab. Und genau die sind das Spezialgebiet von Dr. Christoph Wittmann. Das Bodenbakterium Corynebacterium glutamicum hat er jetzt genauer untersucht, um dessen Lysin-Stoffwechsel für die industrielle Produktion zu optimieren.

Sein Beitrag wurde auf der 12. Europäischen Tagung der Biotechnologen in Basel aus über 800 Arbeiten ausgewählt und mit dem ersten Preis ausgezeichnet.
Wittmann führte die preisgekrönten Analysen im Rahmen eines gemeinsamen Projektes mit Dipl.-Biol. Jens Krömer und Professor Dr. Elmar Heinzle vom Institut für Technische Biochemie der Universität des Saarlandes sowie der Firma Axaron GmbH in Heidelberg durch. "Mit Hilfe der in unserer Gruppe entwickelten und eingesetzten Methoden erhält man detaillierte und faszinierende Einblicke in das komplexe Innenleben der Mikroorganismen," erklärt Wittmann, der derzeit an seiner Habilitation zur quantitativen Charakterisierung biologischer Systeme arbeitet.

Hintergrund des Ganzen: Hat man erst einmal herausgefunden, welche Enzyme welche Prozesse bewirken, kann man gezielt in die Schaltzentrale der Bakterien eingreifen, also Gene, die bestimmte Enzyme steuern, verstärken oder abschalten. Damit lassen sich die Bakterien in hocheffiziente Mini-Fabriken umwandeln.

Quelle: idw/Universität des Saarlandes




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