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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

16.10.2003

4,8 Millionen Büroarbeitsplätze mangelhaft


Immer noch müssen rund 4,8 Millionen Mitarbeiter ihren Tätigkeiten auf schlechten Bürodrehstühlen und an mangelhaftem Mobiliar nachgehen. Dennoch haben sich in den letzten zwei Jahren mehr Arbeitgeber als früher für eine ergonomische und damit gesunde Gestaltung der Büroarbeitsplätze eingesetzt. Das sind die beiden wichtigsten und sehr gegensätzlichen Ergebnisse einer Zielgruppenbefragung, die das Deutsche Büromöbel Forum jetzt zum vierten Mal seit 1997 durchführen ließ.

Immerhin haben 85 Prozent aller Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen die durch die Bildschirmarbeitsverordnung vorgeschriebene Beurteilung ihrer Büroarbeitsplätze vorgenommen. 2001 waren es lediglich 65 Prozent. Doch die Ergebnisse dieser Gefährdungsbeurteilungen wurden nur zu 80 Prozent ausgewertet. Bezieht man diese Ergebnisse auf die Gesamtheit aller Bildschirmarbeitsplätze, kamen fast ein Drittel (32 Prozent) aller Arbeitgeber ihren gesetzlichen Verpflichtungen nicht nach. Davon wollen rund 70 Prozent diese wichtige Maßnahme auch künftig nicht durchführen.

Wie notwendig diese Untersuchungen sind, zeigt folgende alarmierende Zahl: Bei 88 Prozent der analysierten Arbeitsplätze wurden Mängel festgestellt. So befanden sich viele Bildschirme nicht in der richtigen Höhe (74 Prozent), es entstanden Blendungen auf dem Monitor (66 Prozent) oder Arbeitstisch (34 Prozent) und Arbeitsstuhl (33 Prozent) ließen sich nicht den Anforderungen gemäß einstellen.

Erfreulicherweise wurden bei 84 Prozent der registrierten Mängel Veränderungen vorgenommen. 1999 waren es nur 69 Prozent. In kleineren Unternehmen mit bis zu 25 Mitarbeitern liegt die Zahl der Verbesserungen allerdings deutlich unter dem Durchschnitt.

Das Deutsche Büromöbel Forum hat diese Untersuchung erstmals in Abstimmung mit der Initiative Neue Qualität der Büroarbeit (INQA-Büro) durchgeführt. In der INQA-Büro haben sich auf Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) die Spitzenorganisationen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes in Deutschland unter anderem mit dem Verband Büro-, Sitz- und Objektmöbel (BSO) und der IG Metall als Sozialpartner der Büromöbelindustrie zusammen geschlossen. Alle Akteure verfolgen das Ziel, gesundheits- und persönlichkeitsförderliche Arbeitsbedingungen mit der Notwendigkeit wettbewerbsfähiger Arbeitsplätze zu verbinden.

Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)




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