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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

02.09.2003

Neues Messverfahren soll den Tragekomfort von Berufskleidung verbessern


Abschürfungen, Entzündungen, Rötungen - vor allem grobmaschige Berufskleidung, aber auch normale Business-Anzüge, verursachen durch mechanische Reibung oft lästige Beeinträchtigungen - besonders bei Hitze. Ein neues Testverfahren der Universität Witten/Herdecke (UWH) hilft, die Tragefreundlichkeit von Textilien zu verbessern. Dabei hat das Institut für experimentelle Dermatologie der UWH (Prof. Dr. Hagen Tronnier, Dr. Ulrike Heinrich) vor allem besonders belastete Berufsgruppen im Visier: Straßenarbeiter sowie Beschäftigte von Großküchen, Feuerwehr und Müllabfuhr leiden überdurchschnittlich oft unter dem Kneifen, Kratzen und Scheuern ihrer Kleidung und den daraus entstehenden Hautreizungen. Mit dem neuen Verfahren hofft Prof. Hagen Tronnier, der Kleidung das lästige Kratzen und Scheuern abzugewöhnen.

Möglich machen soll das ein eigens am Institut entwickeltes Gerät, ein so genanntes Friktiometer. Mit seiner Hilfe können alle Textilien wissenschaftlich auf ihren Tragekomfort hin untersucht und sogar verglichen werden - dank eines rotierenden Teflon-Plättchen. Für Textilprüfungen kann man über das Plättchen eine Stoffprobe des jeweiligen Kleidungsstücks spannen und dann den Reibungswiderstand gegenüber der Haut bestimmen.

Abhängig ist die Reaktion der Haut nach Erkenntnissen des Instituts auch vom Material, der Faser und der Art des Gewebes auf der einen und vom Zustand und der Empfindlichkeit der Haut auf der anderen Seite. An sehr heißen Tagen, wie in diesem Sommer, können auch normale Kleidungsstücke zur Sauna werden. Die Folge: Schon leichte Reibung verursacht Hautreizungen, vor allem im Bereich der Schultern, des Rückens, der Oberschenkel und der Halsregion.

Institutsleiter Prof. Hagen Tronnier ist optimistisch, dass sich das Verfahren durchsetzt: "Ich bin überzeugt, dass unser Messsystem eine starke Verbesserung von Berufskleidung hinsichtlich ihrer mechanisch irritativen Wirkung ermöglicht."

Quelle: idw/Universität Witten Herdecke




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