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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

31.01.2003

Zufallsentdeckung könnte helfen, das Ozonloch zu bekämpfen


Im Zuge von Experimenten mit Nanosphären (-kugeln) und Perfluorodecalin, eine Flüssigkeit, die zur Herstellung von synthetischem Blut verwendet wird, sind Forscher der Universität Ulm auf ein Phänomen gestoßen. Dieses Phänomen könnte letztendlich dazu beitragen, ozon-schädigende Chemikalien aus der Atmosphäre zu entfernen. Wider Erwarten wurde Perfluorodecalin von einer auf Wasser basierenden Suspension von Polystyren-Teilchen mit einem Durchmesser von 60 Nanometer aufgenommen. Perfluorodecalin ist Chlorfluorkohlenstoffen, die die schützende Ozonschicht der Erde zerstören, sehr ähnlich. Per Zufall haben die Wissenschaftler somit ein nützliches Modell für die Simulation von mikrophysikalischen Prozessen in der Stratosphäre entwickelt.

Wie die Forscher in den "Nano Letters" schreiben, wurden die winzigen Perfluorodecalin-Tropfen durch die sich selbst arrangierenden Polystyren-Nanosphären eingeschlossen. Wahrscheinlich sammeln Aerosol-Teilchen-befördernde Wassertropfen oder Eiskristalle in Wolken Chlorfluorkohlenstoffe auf dem selben Weg und geben diese letztendlich als harmlosen Regen, Schnee oder Hagel der Erde zurück.

Die Erwartungen der Forscher sind groß. Bestätigen Tests die Prognosen des einfachen Modellsystems, könnte dies damit enden, dass Forscher mit Hilfe der Weltraumtechnologie große Mengen an speziell gestalteten, ungiftigen Nanopartikeln in das Zentrum des Ozonlochs befördern. Ziel ist es so die Ozonkiller zu reduzieren. Kurzfristig ist es demnach sinnvoll, die Eigenschaften dieser Nanopartikeln wie z.B. den chemischen Aufbau und die Löslichkeit zu optimieren. Dann gilt es internationale Raumfahrtagenturen zu aktivieren und mit Experimenten in der Luft zu starten.

Quelle: pte.at


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