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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

16.06.2003

Der Weltmarkt für Strukturproteomik


Dank des wachsenden Interesses von Biotechnologie- und Pharmaunternehmen an einer strukturbasierten Wirkstoffentwicklung wird intensiv an den Technologien der Strukturproteomik und ihrem Einsatz gearbeitet. Nach einer neuen Analyse der Unternehmensberatung Frost & Sullivan erwirtschafteten die Märkte für Proteinreinigung und Molekularstruktur im Jahr 2002 87,0 Millionen US-Dollar bzw. 151,6 Millionen US-Dollar. Diese Summen sollen auf 221,4 Millionen US-Dollar bzw. 319,9 Millionen US-Dollar im Jahr 2009 anwachsen.

Nachdem die Sequenzierung des menschlichen Genoms abgeschlossen ist, hat sich der Forschungsschwerpunkt auf die Proteine als die Produkte der Gene verlagert. Die Strukturproteomik befasst sich mit der Bestimmung der Struktur einer großen Zahl von Proteinen im Maßstab industrialisierter Forschung. Diese Erkenntnisse wiederum können für die Optimierung der Wirkstoffforschung nutzbar gemacht werden. So eröffnet die Verbindung von Strukturbiologie einerseits und Computational Chemistry und medizinischer Chemie andererseits neue Möglichkeiten zur Entwicklung wirksamerer Medikamente. Außerdem birgt die strukturbasierte Wirkstoffentwicklung erhebliches Potenzial zur Senkung der Kosten und des Zeitaufwandes im Vergleich zu herkömmlichen Wirkstoffentwicklungsmethoden. Angesichts des wachsenden Interesses an der Strukturproteomik investieren sowohl staatliche als auch private Stellen massiv, um sich die neuen Informationen zunutze zu machen und neuartige Wirkstoffe zu entwickeln.

Proteinkristallographie liefert wichtige Erkenntnisse

Entscheidend für die Proteomik ist ein genaues Verständnis dessen, wie sich kleinere Moleküle zu dem gewünschten Protein verbinden. Dafür liefert die Proteinkristallographie wichtige Erkenntnisse. Der für die High-Throughput-Proteinkristallographie erforderliche hohe Durchsatz wird durch eine automatisierte Proteinkristallisation ermöglicht. Noch schnellere Fortschritte in der Strukturproteomik scheitern allerdings bisher an der Schwierigkeiten, die damit verbunden sind, Proteine von hohem Reinheitsgrad und große Mengen von Kristallen zu erhalten.

Hohe Preise schrecken Kaufinteressenten ab

Auch die hohen Gerätekosten bremsen die Aktivität trotz des Interesses und der Nachfrage in den Labors von Universitäten und Pharmaunternehmen. Die Hersteller müssen die Vorteile dieser teuren Instrumente besser bekannt machen und ihre Modernisierungs- und Erneuerungsraten steigern. Nach Sinead Igoe, Research Analyst bei Frost & Sullivan, können Partnerschaftsvereinbarungen mit führenden Forschungsinstituten dazu beitragen, den wirtschaftlichen Erfolg zu sichern. Wichtig sind aber auch Partnerschaften mit Informatik-Unternehmen, um den wachsenden Anforderungen an die Datenverarbeitung voll gerecht zu werden.

Titel der Analyse: World Structural Proteomics Market (Report A460-55)

Quelle: Frost & Sullivan




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