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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

13.06.2003

Pharmazie-Reservoir aus dem Meer


Als Sauerstofflieferanten und Nahrungsquelle für vieles, was im Wasser lebt, sind Mikroalgen unentbehrlich. Medizin und Pharmazie zeigen aus anderen Gründen Interesse für die vielseitigen Einzeller: sie können Substanzen herstellen, die Viren, Bakterien und Krebszellen angreifen. Diese Fähigkeiten in den Dienst der menschlichen Gesundheit zu nehmen, ist allerdings nicht so einfach, denn die Algen stellen hohe Ansprüche an Aufzuchtbedingungen. Mit neuartigen Bioreaktoren hat die Arbeitsgruppe "Phototrope Mikroorganismen" am Lehrstuhl für Bioverfahrenstechnik der Universität Erlangen-Nürnberg gute Voraussetzungen dafür geschaffen, gründlich auszuloten, wie die winzigen Organismen für Menschen von Nutzen sein können.

Die Erforschung biologisch aktiver Naturstoffe, die von Meeresorganismen produziert werden, gehört zu den Schwerpunkten, auf die Prof. Dr. Rainer Buchholz setzt. Als er im September 2002 von der Technischen Universität Berlin nach Erlangen wechselte, um den neu gegründeten Lehrstuhl für Bioverfahrenstechnik zu übernehmen, kam ein Großteil seiner Mitarbeiter mit ihm, so dass von Anfang an vier Arbeitsgruppen etabliert werden konnten. Die Arbeitsgruppe "Zellkultur und Immobilisierung" befasst sich beispielsweise mit Grundlagen der Regeneration von Geweben oder mit biologischem Pflanzenschutz. Die Arbeitsgruppe "Screening" entwickelt Methoden, mit denen vielversprechende Wirkstoffe in Pflanzen, Algen und Mikroorganismen entdeckt werden können, und Verfahren, um solche Substanzen in hoher Reinheit zu gewinnen.

Um stabile und ergiebige Kulturen als Rohstoffquellen für Nahrungsergänzung und neue medizinische Therapien geht es in den beiden anderen Arbeitsgebieten, wobei die Gruppe "Pflanzenzelltechnologie" eher größere Algen und Moose im Blick hat, während Mikroalgen von einer eigenen Gruppe unter der Leitung von Dr. Christian Walter untersucht werden. Ein derzeit laufendes Projekt mit dem Titel "Screening antiviraler Komponenten aus aquatischen Mikroorganismen" wird von der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF) gefördert; hier steht der Kampf gegen Herpes- und Cytomegalieviren im Vordergrund.

Quelle: idw/Universität Erlangen-Nürnberg




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