Unsere Seite auf

Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

09.05.2003

E-Spürnase "erschnüffelt" Lungenkrebs


Wissenschaftler der Universität von Rom entwickeln eine elektronische Nase, die Menschen mit Lungenkrebs einfach am Atem erkennt. Die E-Nase soll eines Tages als einfacher Atemtest zur Früherkennung von Lungenkrebs eingesetzt werden. Einige Krebs-Experten sind aber skeptisch, da das Gerät erst an 60 Personen im Forlanini Krankenhaus getestet wurde. Die Ergebnisse erscheinen in der kommenden Ausgabe von Biosensors and Bioelectronics.

Das Gerät funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie E-Nasen, die in der Lebensmittelproduktion zum Aufspüren von Fäulnisgerüchen eingesetzt werden. Im Fall von Lungenkrebs reagiert das Gerät auf einen Cocktail aus Alkanen und Benzol-Derivaten im Atem der Patienten. Im Versuch wurde mit der Acht-Sensoren-Nase ein Schwingungsprofil für jede der 60 Atemproben erstellt. Bei den Probanden handelte es sich um 35 Patienten mit einem großen Lungentumor und 25 Kontrollpersonen. Jeder Test dauerte wenig länger als eine Minute und war bei jedem Patient 100-prozentig treffsicher, berichtet New Scientist.

Bei den eingesetzten Sensoren handelte es sich um Quarzkristalle, die jeweils mit einem geringfügig anderen metallischen Farbstoff umhüllt sind. Diese binden sich an verschieden flüchtige organische Substanzen. Die natürliche Schwingungsfrequenz der Kristalle steht in Beziehung zu deren Gewicht, das sich dann ändert, wenn sich die Moleküle aus der Probe an die umhüllten Oberflächen der Kristalle heften. Dies bedeutet, dass eine komplexe Gasprobe wie der menschliche Atem ein einzigartiges Schwingungsprofil besitzt.

Jetzt wollen die Forscher die Sensibilität des Gerätes erhöhen, damit es Tumore schon im Frühstadium erkennt. Zurzeit verwenden Ärzte ein Bronchoskop, um in die Lungen des Patienten zu schauen und mitunter auch Gewebe für die Biopsie zu entfernen. Der Entwickler Carrado Di Natale kann sich einen Einsatz des Geräts auch für routinemäßige Früherkennungs-Untersuchungen bei Rauchern und anderen Risikogruppen vorstellen.

Quelle: pte.at


Abonnieren:

Empfehlen: