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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

28.03.2003

Algengifte mittels HPLC/MS schnell und genau analysieren


Weltweit vergiften sich jedes Jahr Menschen durch den Verzehr von Muscheln, die mit Toxinen belastet sind. Ursache sind fast immer Gifte, die von Meeresalgen gebildet werden und sich in den Muscheln anreichern. Solche Gifte können allerdings auch im Brack- oder Süßwasser durch Blaualgen gebildet werden. Die Aufnahme von solchem belasteten Wasser kann dann zu schweren Leberschädigungen führen. "Zwar ist man bereits in der Lage, von Probenmaterial aus Binnenseen bzw. Brackwässern summarisch die durch bestimmte Gifte, so genannte Hepatotoxine, hervorgerufene Toxizität zu ermitteln", beschreibt Jens Dahlmann von der Universität Jena, "eine exakte Bestimmung einzelner Toxine ist aber nur mit physikalisch-chemischen Verfahren möglich. Denn nur diese Verfahren erlauben es, alle cyanobakteriellen Toxine - die gemeinsam die hohe Toxizität verursachen - getrennt zu identifizieren und zu quantifizieren", weiß der Mitarbeiter vom Lehrstuhl für Lebensmittelchemie. "Und nur so kann der weitere Verbleib dieser Toxine innerhalb von Nahrungsketten kontrolliert werden". Ein solches zeitsparendes und empfindliches Analyseverfahren zur Erfassung von Algengiften mit Hilfe der Massenspektrometrie präsentieren Jens Dahlmann und Alexander Rühl vom 7.-12. April auf der Hannover Messe. Die Universität Jena ist auf dem Gemeinschaftsstand "Forschungsland Thüringen" (N 15) in Halle 18 (1. OG) vertreten.

Bei der Apparatur wird ein Flüssigkeitschromatograph (HPLC) an ein Massenspektrometer (MS) gekoppelt. Diese Kombination erwies sich nach vielfältigen Tests "als bestgeeignetes Analyseverfahren". Mit dieser Apparatur (Kopplung HPLC/MS) gelingt es, selektiv detektierte Toxine spezifisch nachzuweisen und bisher noch nicht bekannte Strukturen weiterer toxischer Verbindungen aufzuklären.

In den vergangenen Jahren beschäftigte sich die Arbeitsgruppe "Algentoxine" am Lehrstuhl für Lebensmittelchemie von Prof. Dr. Bernd Luckas intensiv mit der Entwicklung neuer analytischer Methoden. Besonderer Wert wurde bei der Bestimmung von Algentoxinen unterschiedlicher Herkunft auf eine Automatisierbarkeit der Probenaufarbeitung (SPE) und des jeweiligen Nachweisverfahrens gelegt, um bei Routineanalysen von Algenkulturen eine große Anzahl von Proben untersuchen zu können. Die Kopplung HPLC/MS, die auf der Messe vorgestellt wird, ist so ausgelegt, dass neben bekannten Toxinen, wie Microcystinen, andere potenziell toxische Substanzen aus Algen und Cyanobakterien isoliert und deren Struktur aufgeklärt werden können.

Quelle: idw/Universität Jena




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