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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

27.04.2002

Fresenius und Manz erhalten GDCh-Auszeichnungen


Professor Dr. Wilhelm Fresenius, Taunusstein/ Wiesbaden, wurde am 24. April in einer öffentlichen Abendveranstaltung anlässlich der Analytica Conference in München mit der höchsten Auszeichnung der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh), der GDCh-Ehrenmitgliedschaft, geehrt. An Professor Dr. Andreas Manz, London, wurde zum selben Anlass der Fresenius-Preis der GDCh vergeben. Den Heinrich-Emanuel-Merck-Preis für Analytik erhielt Professor Dr. Jonathan V. Sweedler, Urbana, Illinois.

Die GDCh würdigt mit der Vergabe der Ehrenmitgliedschaft an Wilhelm Fresenius dessen "herausragenden Einsatz zur Förderung der Wissenschaften weit über die Chemie und über nationale Grenzen hinweg. Ihm ist es gelungen, Fortschritte in der wissenschaftlichen Grundlagenforschung mit anhaltendem unternehmerischen Erfolg und außergewöhnlicher wissenschaftspolitischer Wirkung zu verbinden. Als Lehrer und Forscher hat er es verstanden, Verbindungen der Chemie zu ihrem Umfeld in Industrie und Gesellschaft deutlich werden zu lassen. Als Wissenschaftler und Wissenschaftsorganisator hat er herausragende Leistungen vollbracht", heißt es in der Verleihungsurkunde.

Wilhelm Fresenius ist seit 1947 Mitglied der Gesellschaft Deutscher Chemiker. Der damals 34 jährige Chemiker und Lebensmittelchemiker meldete zugleich seine Mitgliedschaft in sieben Fachgruppen und Arbeitskreisen an. Hauptamtlich war er damit beschäftigt, das im Krieg zerstörte Wiesbadener Laboratorium, das sein Urgroßvater Remigius Fresenius gegründet hatte, wieder aufzubauen. Auch die Chemieschule Fresenius, heute Europa Fachhochschule Fresenius, ebenso eine Gründung des Urgroßvaters, wurde wieder errichtet. Wilhelm Fresenius war neben seinen Tätigkeiten als Unternehmer, Forscher und Lehrer seit 1948 langjähriger Herausgeber von Fresenius' Zeitschrift für analytische Chemie. In den GDCh-Fachgruppen ist Wilhelm Fresenius bis heute aktiv. Nicht nur von diesen hat er zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen erhalten. Die GDCh, deren Vorstand er acht Jahre lang angehörte, verlieh ihm 1977 die Carl-Duisberg-Plakette.

Der Fresenius-Preis erinnert an den Geheimen Hofrat Professor Dr. C. Remigius Fresenius und wird seit 1962 von der GDCh auf Vorschlag des Vorstands der Fachgruppe Analytische Chemie verliehen. Sein diesjähriger Preisträger, Andreas Manz, erhält ihn für seine Arbeiten zum Einsatz der Mikro-System-Technik (Lab-on-Chip) in der chemischen Analytik und Bioanalytik. Der Mikrochip wird das Rüstzeug für die Analytik der Zukunft werden mit Anwendungen z.B. in der schnellen Analytik im Ultraspurenbereich. Fortschritte konnten vor allem durch neue Techniken in der Detektion erzielt werden.

Andreas Manz (Jahrgang 1956) hat Chemie an der ETH Zürich studiert und 1986 mit einer Arbeit über einen kleinen elektrochemischen Detektor für die Kapillarchromatographie promoviert. Anschließend war er Post Doc im Forschungslabor von Hitachi in Japan. 1988 trat er in das analytische Forschungslabor von Ciba-Geigy in Basel ein, 1995 habilitierte er sich in Wien und übernahm danach die Leitung des Zeneca-Forschungszentrums am Imperial College in London, wo er auch den Lehrstuhl für analytische Chemie innehat.

Der Heinrich-Emanuel-Merck-Preis für Analytik wurde 1988 von der Merck KGaA gestiftet. Der Forschungsschwerpunkt des diesjährigen Preisträgers, Jonathan V. Sweedler von der University of Illinois, liegt auf dem Gebiet der analytischen Neurochemie.

Quelle: Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh)




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