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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

19.12.2002

Infrarot-Sensor zur Optimierung der Streusalzmenge


Die Infralytic GmbH geht gemeinsam mit dem Labor für Hochfrequenztechnik der Fachhochschule Münster ein Problem an, das alle Jahre wieder eine Umweltbelastung darstellt: Der auf überregionalen Straßen unvermeidbare Streusalzeinsatz. Über das Schmelz- und Spritzwasser gelangt das Salz ins Grundwasser. Pflanzen nehmen es über Blätter und Wurzeln auf. Mit einem innovativen Infrarot-Sensor, der die ausgebrachte Menge zukünftig noch weiter reduzieren und somit die Umwelt entlasten soll, will man dem Problem entgegnen.

"Ökologisch und ökonomisch gibt es heute noch keine Alternative zum Streusalz - eine Umweltentlastung muss daher über eine verringerte Salzfracht stattfinden", erläuterte Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), die das Kooperations-Projekt mit 100.000 Euro fördert. Laut Ulrich Hartmann, der beim Landesbetrieb Straßen.NRW den Geschäftsbereich Betrieb und Verkehr leitet, ist die Menge Streusalz, die pro Quadratmeter eingesetzt werden müsse, um die notwendige Wirkung zu erreichen, von der Fahrbahnfeuchtigkeit und -temperatur sowie dem gegebenenfalls noch vorhandenen Restsalz abhängig.

Die Temperatur werde bereits heute mit Hilfe eines Infrarotthermometers berührungslos gemessen. Diese Entwicklung mache Einsparungen von bis zu 30 Prozent möglich, schreibt die Fachhochschule Münster. Doch die weiteren Faktoren hätten bisher nur geschätzt und eben nicht automatisch in den Streuprozess einbezogen werden können. Eine genauere und damit umweltverträglichere und sichere Dosierung sei nicht immer möglich gewesen. Hier schaffe der innovative Sensor eine zusätzliche Verbesserung: Er ermittle die Feuchtigkeit und die Restsalzmenge der Straße mit Hilfe von Infrarotmessungen berührungslos und kontinuierlich und stimme somit die ausgebrachte Salzmenge mit den Bedingungen vor Ort ab.

Um zu gewährleisten, dass das so genannte "Infrarotspektrometer" nach der theoretischen Entwicklung auch den Einsatz in der Praxis ohne Probleme überstehe, sind umfangreiche Tests mit Prototypen in zwei verschiedenen, für Deutschland charakteristischen Klimabereichen (Münster- und Sauerland) eingeplant. "Nach Abschluss dieser Praxisphase werden im Frühjahr 2003 die Ergebnisse ausgewertet und das Gerät optimiert", sagte Brickwedde.

Quelle: pte.at


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