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10.12.2002

Neue Nachweismethode für BSE-Risikomaterial in Lebensmitteln wird erforscht


Das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) hat über den Projektträger Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) ein Verbundforschungsprojekt am Fachbereich Veterinärmedizin der Justus-Liebig-Universität Gießen bewilligt. Die Gesamtfördersumme beträgt 721.000 Euro für drei Jahre. Alexander Müller, Staatssekretär im Bundesverbraucherministerium, wird im Beisein des Präsidenten der Justus-Liebig-Universität Gießen, Prof. Dr. Stefan Hormuth, den Zuwendungsbescheid am Freitag, den 6. Dezember, um 15 Uhr im Sitzungssaal des Dekanats des Fachbereichs Veterinärmedizin (Frankfurter Str. 94, Gießen) übergeben.

Das Forschungsvorhaben mit dem Titel "Geno- und phänotypische Identifizierung von BSE-Risikomaterial in Lebensmitteln tierischen Ursprungs" wird in drei Teilprojekten bearbeitet. Beteiligt sind Prof. Dr. Martin Bergmann, Prof. Dr. Dr. h.c. Rudolf Leiser und PD Dr. Sabine Wenisch (Institut für Veterinäranatomie; immunhistochemische Verfahren) sowie Prof. Dr. Michael Bülte, Dr. Amir Abdulmawjood und Prof. Dr. Ewald Usleber (Institut für Tierärztliche Nahrungsmittelkunde; molekularbiologische sowie immunchemische Verfahren).

BSE-Risikomaterialien müssen bei der Schlachtung entfernt und verbrannt werden. Die zuständigen Behörden überwachen im Schlachtbetrieb die Einhaltung dieser für den Verbraucherschutz maßgeblichen Regelung. Bisher gibt es aber keine Testsysteme für BSE-Risikomaterialien, durch die eine kriminelle oder fahrlässige Verunreinigung von Fleischerzeugnissen mit Resten dieser Materialien mit genügender Empfindlichkeit und ausreichender Spezifität nachgewiesen werden könnte. Die aus dieser Tatsache resultierenden falsch-negativen und falsch-positiven Testergebnisse sind im Hinblick auf die gesundheitlichen Risiken und die wirtschaftlichen Schäden nicht akzeptabel.

Das Forschungsprojekt hat daher zum Ziel, die dringend notwendigen Nachweisverfahren für die zuverlässige Erfassung und Kontrolle von BSE-Risikomaterialien bereitzustellen. Ein integriertes Nachweissystem mit Schnellnachweisen, Routinetests und Bestätigungsverfahren soll entwickelt werden. Diese praxistauglichen Testsysteme basieren auf immunologischen (phänotypischen) und molekularbiologischen (genotypischen) Verfahren. Sie ermöglichen, Risikomaterialien in Lebensmitteln, die von Tieren stammen, zu entdecken. Hierbei sind entscheidende Aspekte die Spezifität (Erkennung der Tierart und des Gewebetyps) und die Sensitivität (Erfassung auch geringer Verunreinigungen mit Risikogewebe). Als diagnostische Marker werden Rinder-spezifische neuronale und gliale Gensequenzen bzw. Proteinstrukturen verwendet.

Quelle: idw/Universität Gießen




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