Unsere Seite auf

Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

13.08.2002

Chemie: steigende Studentenzahlen, gute berufliche Perspektiven


Die Zahl der Studienanfänger in den Chemiestudiengängen hat sich im Jahr 2001 gegenüber den Vorjahren kräftig erhöht. Vor allem in Diplom-Chemie gab es deutlich mehr Neuimmatrikulationen. Die Anzahl der Diplom- und Promotionsprüfungen ist erwartungsgemäß erneut zurückgegangen - ein Trend, der sich für die Promotionen in den kommenden Jahren fortsetzen wird. Auch in Biochemie sowie in den Lehramt- und den FH-/DI-Studiengängen haben die Studienanfänger zugelegt. Die Arbeitsmarktsituation für Absolventen der Chemiestudiengänge war im vergangenen Jahr günstig. Die Anteile der stellensuchenden diplomierten oder promovierten Berufsanfänger waren erneut deutlich niedriger als im langjährigen Durchschnitt.

Wie jedes Jahr hat die Gesellschaft Deutscher Chemiker auch 2001 umfangreiche statistische Daten zu den Chemiestudiengängen erhoben. Die Ergebnisse der Umfrage wurden jetzt veröffentlicht.

Im Jahr 2001 begannen 4924 Anfänger ihr Chemie-Studium, davon 385 in einem Bachelor-Studiengang. Die Zahl der Studienanfänger erhöhte sich damit erneut deutlich gegenüber dem Vorjahr (3813). Der Anteil weiblicher Studienanfänger in der Chemie lag wie im Vorjahr bei 46 Prozent, der Anteil der ausländischen Studenten bei 13 Prozent. Die Gesamtzahl der Chemiestudierenden betrug 22451 Studenten, die der Doktoranden an Chemiefachbereichen 5457.

Im vergangenen Jahr bestanden 1157 Studierende das Vordiplom. Dieser Wert liegt auf dem Niveau des Vorjahres und ist ein leichter Anstieg gegenüber 1998 und 1999. Erwartungsgemäß wurde auch ein Rückgang der Diplomprüfungen auf 1019 (Vorjahr 1249) und Promotionen auf 1775 (Vorjahr 2052) beobachtet, wobei die Zahl der Promotionen erstmals seit 10 Jahren unter 2000 lag. Der Anteil der Studentinnen betrug beim Vordiplom 35 Prozent, beim Diplom 28 Prozent und bei der Promotion 22 Prozent.

Die durchschnittliche Studiendauer bis zum Diplom einschließlich der Diplomarbeit betrug 12,4 Semester, bis zur Promotion 19,6 Semester. Die Medianwerte lagen bei 11,3 und 18,6 Semester. (Der Medianwert, gibt an, im wievielten Semester 50 Prozent der Studierenden die Prüfung abgelegt haben. Er ist aussagekräftiger als die durchschnittliche Studiendauer, da er nur die schnellere Hälfte der Studierenden erfasst.)

Noch immer schließen die meisten Diplom-Chemiker (91 Prozent im Jahr 2001) an ihr Studium eine Promotion an. 6 Prozent der Diplomierten haben die Universität verlassen und eine berufliche Tätigkeit aufgenommen. Von den promovierten Absolventen wurden 40 Prozent in der Chemischen Industrie eingestellt. 16 Prozent fanden eine Anstellung in der übrigen Wirtschaft und 14 Prozent der Chemiker gingen nach der Promotion zunächst ins Ausland, in den meisten Fällen zu einem Postdoc-Aufenthalt. 12 Prozent betrug der Anteil derjenigen, die eine zunächst befristete Stelle im Inland annahmen und 6 Prozent der Absolventen blieben nach der Promotion im Forschungsbereich an einer Hochschule oder einem Forschungsinstitut. 3 Prozent kamen im öffentlichen Dienst unter, jeweils 1 Prozent nahm ein Zweitstudium auf oder wurde freiberuflich tätig. 7 Prozent der promovierten Absolventen (Vorjahr 6 Prozent) waren zum Zeitpunkt der Umfrage stellensuchend. Dieser Wert sinkt aus statistischen Gründen kaum unter 5 Prozent, so dass man von einem günstigen Arbeitsmarkt für die promovierten Absolventen sprechen kann.

Dies wird voraussichtlich auch in den nächsten Jahren so bleiben, da die Anzahl der diplomierten und promovierten Absolventen weiter zurückgehen und einige Jahre auf niedrigem Niveau (unter 1000) bleiben wird. Bisher lässt sich noch nicht abschätzen, ob die Bachelor/Master-Studiengänge in den kommenden Jahren dazu führen werden, dass mehr Absolventen auf eine Promotion verzichten werden, um die Hochschule mit einem Bachelor- oder Masterabschluss zu verlassen. Dies würde nicht nur den bestehenden Doktorandenmangel an den Hochschulen weiter verschärfen, sondern bei gleichbleibender Nachfrage aus der Industrie auch einen erheblichen Mangel an qualifizierten Absolventen für die Forschungsabteilungen verursachen.

Im Studiengang Biochemie stiegen die Anfängerzahlen und im Gegensatz zu Diplom-Chemie auch die Anzahl der Vordiplom-, Diplom- und Promotionsprüfungen. Incl. Bachelor-Anfängern begannen 710 Studierende 2001 ihr Biochemiestudium. Die Gesamtzahl der Studierenden erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr auf 3514. Der Frauenanteil war mit 51 Prozent bei den Anfängern und mit 47 Prozent an der Gesamtzahl der Studierenden deutlich höher als im Chemiestudiengang. Im vergangenen Jahr legten 425 Studierende das Vordiplom ab, 313 bestanden das Diplom und 163 wurden in Biochemie promoviert. Im Mittel benötigten die Studierenden bis zum Diplom 10,5 Semester und bis zu Promotion 19,0 Semester. Die Median-Werte lagen bei 9,8 und 18,2 Semestern.

Auch im Studiengang Lebensmittelchemie ist die Zahl der Anfänger gestiegen und betrug 410 Studierende. Der Frauenanteil lag bei 74 Prozent und der Prozentsatz der ausländischen Anfänger bei 8 Prozent. Insgesamt studierten 1444 Personen Lebensmittelchemie. Im vergangenen Jahr bestanden 166 Studierende die Vorprüfung. 222 Studierende absolvierten die Hauptprüfung Teil A, 59 die Diplomprüfung und 141 die Hauptprüfung Teil B. Im vergangenen Jahr wurden 35 Promotionen abgelegt. Die Dauer für Studium und Doktorarbeit betrug durchschnittlich 16,3 Semester.

Einen gegenläufigen Trend mit deutlich steigenden Anfänger- aber noch immer zurückgehenden Absolventenzahlen gab es bei den angehenden Lehrern. Die Anfängerzahl für das Lehramt an Haupt- und Realschulen (Sekundarstufe I) betrug 471 und für das Lehramt an Gymnasien (Sekundarstufe II) 1223. Damit sind die Anfängerzahlen gegenüber dem Vorjahr vor allem für die Sekundarstufe II deutlich angestiegen. Insgesamt waren 2001 1756 Studierende für das Lehramt der Sekundarstufe I sowie 5061 Studierende für das Lehramt der Sekundarstufe II eingeschrieben. Die Absolventenzahlen haben wie in den Vorjahren weiter abgenommen. So legten 187 Studierende die Prüfungen für die Sekundarstufe I und 458 für die Sekundarstufe II ab. 65 angehende Lehrer schlossen im Berichtsjahr ihre Promotion ab.

Bei den FH- und DI-Studiengängen der Gesamthochschulen stieg die Anfängerzahl leicht auf 1064, mit einem Frauenanteil von 45 Prozent, während die Absolventenzahl erneut gesunken ist. Die Gesamtzahl der Studierenden betrug 4315. Im Jahr 2001 bestanden 532 Studierende die Diplomprüfung, davon 34 Prozent Frauen. Die mittlere Studiendauer lag bei 10,3 und der Medianwert bei 9,3 Semestern.

Quelle: Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh)




—> alle Nachrichten dieser Firma

Abonnieren:

Empfehlen: