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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

12.08.2002

Biometrische Identifikationsverfahren auf dem Prüfstand


Am 7. August 2002 tagte erstmals die Ad-Hoc-Gruppe "Biometrie" des Normenausschusses Informationstechnik im DIN. Hauptziel der Gruppe ist es, die deutsche Position zu dem für Dezember 2002 vorgesehenen Auftakt der internationalen Normungsarbeit zum Thema Biometrie zu koordinieren. Auf Antrag der USA hat ISO/IEC JTC 1 "Information Technology" im Sommer 2002 das Arbeitsgremium SC 37 "Biometrics" gebildet. Sekretariat und Vorsitzender werden von den USA (ANSI) gestellt. Die Arbeitsschwerpunkte des neuen Gremiums liegen in der Standardisierung der generischen biometrischen Technologien zur Unterstützung von Interoperabilität und Datenaustausch zwischen Anwendungen und Systemen.

Der Einsatz biometrischer Identifikationsverfahren für die innere Sicherheit gewinnt zunehmend an Bedeutung. Sie gehören zu den wenigen Verfahren, die eine eindeutige Identifikation von Personen ermöglichen. Biometrische Verfahren werden derzeit insbesondere an Flughäfen, bei Grenzkontrollen, für die Zutrittskontrolle bei Sicherheitsbereichen sowie für einen kontrollierten Zugang zur Informationstechnologie eingesetzt. Eine weitere Einsatzmöglichkeit besteht im elektronischen Rechtsverkehr: Für die Freischaltung des privaten Schlüssels zur Erzeugung der Signatur kann ein biometrisches Merkmal anstatt oder zusätzlich zu einer PIN zur Identifikation des Besitzers der Chipkarte eingesetzt werden.

Alle biometrischen Verfahren sind nach dem gleichen Grundprinzip aufgebaut: Am Anfang steht die Personalisierung bzw. das Enrollment: Unver-wechselbare körpereigene Merkmale, insbesondere Fingerabdrücke, Iris, Netzhaut, aber auch die ganze Hand, Gesicht, Lippen oder Stimme werden vermessen. Die Messdaten werden hierbei nicht komplett abgespeichert, sondern es werden charakteristische Merkmale mit Hilfe eines Merkmals-Extraktionsalgorithmus extrahiert. Die gewonnenen Daten werden verschlüsselt in sogenannten Templates hinterlegt (Chipkarte, Datenbank). Bei jedem Identifikationsprozess werden die biometrischen Merkmale erneut von einem Sensor aufgenommen, die charakteristischen Daten extrahiert und mit dem gespeicherten Template der zu identifizierenden Person verglichen.

Quelle: Deutsches Institut für Normung (DIN)




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