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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

07.08.2002

Internationales Team untersucht Genauigkeit von Verfahren zur Ermittlung des DNA-Profils


Forscher aus Deutschland, Dänemark, Spanien und Großbritannien testen im Rahmen eines EU-Projektes die Genauigkeit und Leistungsfähigkeit von Verfahren zur Bestimmung von DNA-Profilen aus biologischen Spuren, die an einem Tatort gefunden wurden. Das Projekt ist auf zwölf Monate anberaumt und mit einem Budget von mehr als 1,5 Mio. Euro ausgestattet. Projektstart ist September.

Die menschliche Erbsubstanz wird von Kriminalwissenschaftlern zur Identifizierung von Personen anhand von biologischen Spuren, die an einem Tatort gefunden wurden, eingesetzt. Die derzeitige DNA-Technologie ermöglicht die eindeutige Identifizierung von Personen unter Zuhilfenahme von Blut, Sperma, Speichel, Knochen, Zähnen, winzigen Hautteilchen oder anderen Körpergeweben. Mit der DNA-Kriminalwissenschaft werden aber nicht nur verdächtige Personen ermittelt, sondern auch diejenigen entlastet, die fälschlicherweise eines Verbrechens beschuldigt werden. Die leitende britische Wissenschaftlerin Denise Syndercombe-Court von der University of London Queen Mary's School of Medicine and Dentistry erklärte: "Das Projekt wird die Verbrechensermittlung in Europa beschleunigen und in jenen Fällen hilfreich sein, in denen die bestehende Technik ungeeignet ist."

Derzeit setzen die meisten DNA-Datenbanken weltweit die so genannte Short Tandem Repeat (STR)-DNA ein, um einen genetischen Fingerabdruck zu erstellen. Oftmals ist aber das an Tatorten sichergestellte DNA-Material sehr unvollständig, so dass aus den STRs kein vollständiges Profil konstruiert werden kann. Durch die Verwendung von einzelnen Nukleotid-Polymorphinen (Single Nucleotide Polymorphisms - SNPs), einer anderen Komponente der DNA, kann aus fragmentierter DNA ein Profil erstellt werden.

An dem Projekt ist die Londoner Queen Mary's School of Medicine and Dentistry, die Mainzer Gutenberg Universität, die Universität von Kopenhagen und die Universität Santiago de Compostela beteiligt.

Quelle: pte.at


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