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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

08.07.2002

Daumennagelgroßes Analyselabor in greifbarer Nähe


Ein ganzes Analyselabor auf einem daumennagelgroßen Chip: dieses ehrgeizige Ziel strebt der neue Forschungsverbund "Miniaturisierte Analyseverfahren durch Nanotechnologie in Biochemie, Chemie und Physik" ForNano in den nächsten drei Jahren an. Neun Arbeitsgruppen aus den beiden Münchener Universitäten und der Universität Würzburg arbeiten zusammen mit Industriepartnern an neuen Laboranalyseverfahren. Der Bayerischen Forschungsstiftung ist dieses zukunftsträchtige Projekt 3 Mio Euro wert.

Anwendungen der miniaturisierten Analyseverfahren finden sich vor allem in der Medizin, der Pharmazie, der Biotechnologie und der Umweltanalytik. Die neuen Techniken werden nicht nur schneller sein als herkömmliche Nachweismethoden, sie sind auch empfindlicher und gehen sparsamer mit teuren Reagenzien um.
ForNano hat zwei Forschungsschwerpunkte: Zum einen werden Chips entwickelt, die verschiedene Analysemethoden auf der Fläche eines Daumennagels integrieren und dabei den Transport und die Kombination von Reagenzien auf kleinstem Raum ermöglichen. Zum andern werden vollkommen neue, auf kleinstem Raum funktionsfähige Nachweismethoden erforscht. Beispielsweise wird in einem Projekt das Eindringen eines einzelnen Virus in eine Zelle mit eleganten optischen Verfahren verfolgt (vgl. Science 294, 1929, 2001). Prof. Jörg P. Kotthaus, Sprecher von ForNano, verspricht sich viel von diesem Projekt: "Für die Medizin ist das ein Riesenschritt vorwärts, denn bisher wurde ein Virus ja nur an seinen Folgen erkannt. Wirklich zu sehen, wie er in die Zelle eindringt, wird ganz neue Möglichkeiten der Bekämpfung eröffnen."

Mit im Boot sind auch eine ganze Reihe industrieller Partner: Advalytix AG, garching analytics GmbH, nanoplus GmbH, Nanotype GmbH, Nanoscape AG, NIMBUS GmbH. Sie steuern nicht nur Geld und Sachmittel bei, sondern arbeiten auch zusammen mit den interdisziplinären Teams aus Physikern, Chemikern, Medizinern und Materialwissenschaftlern.

Quelle: idw/Arbeitsgemeinschaft der Bayerischen Forschungsverbünde




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