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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

06.06.2002

Acrylamid in Lebensmitteln: Fehlendes know-how Staatlicher Untersuchungsstellen?


Mit Unverständnis hat der Deutsche Verband Unabhängiger Prüflaboratorien (VUP) auf die Verlautbarung (05.06.02) der Bundesministerin für Verbraucherschutz reagiert, wonach die Ergebnisse eines [plusminus-Tests zur Acrylamidbelastung von Lebensmitteln im Labor "falsch berechnet" seien und deshalb zu einer Verunsicherung des Verbrauchers beitrügen. Auch sei nach Kühnasts Auffassung die Problematik nicht mit dem Thema "BSE" vergleichbar.

Acrylamid wird eine genschädigende und krebserregende Wirkung zugesprochen. Nach Untersuchungen der schwedischen Gesundheitsbehörde und alarmierenden Ergebnissen, hatte die WDR-Sendung plusminus stichprobenartig auch in Deutschland 20 Lebensmittel untersuchen lassen. Die Ergebnisse waren mit den skandinavischen vergleichbar: Der Grenzwert für Lebensmittelverpackungen wurde teilweise um das hundertfache überschritten.

Das Bundesministerium für Verbraucherschutz hatte diese Problematik zwar Ende April 2002 kurz nach der Veröffentlichung der schwedischen Lebensmittelbehörde aufgegriffen, jedoch darauf bisher lediglich mit einer Expertendiskussion im Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz (bgvv) reagiert.

Ergebnis dieser Diskussion: "Zu der Frage des Nachweises von Acrylamid in Lebensmitteln steht eine nachvollziehbare Beschreibung der angewendeten Analyseverfahren noch aus". Ein validiertes Nachweisverfahren sei jedoch der erste Schritt, der erforderlich ist, um Sachaufklärung zu betreiben. Dieser Schritt werde nach Auskunft der staatlichen Verbraucherschützer noch einen gewissen Zeitraum in Anspruch nehmen.

Gerade hier aber ergäben sich Parallelen zu den BSE-Tests, stellt der VUP fest. Dieses führe innerhalb des Verbandes zu der Vermutung, dass die Staatlichen Untersuchungsstellen anscheinend noch nicht über das entsprechende analytische know-how verfügen und in der Lage sind stichprobenartige Kontrollen durchzuführen. Dagegen konnte der Verband auf Anfrage der [plusminus-Redaktion gleich mehrere private Dienstleistungslaboratorien mit nach internationaler Norm akkreditiertem Qualitätsmanagement benennen, die in der Lage waren diese Untersuchungen durchzuführen und dabei ein gebräuchliches und international anerkanntes Verfahren zum Nachweis des Schadstoffs in Wasser auf Lebensmittel übertrugen.

Die jetzt von [plusminus veröffentlichten und in einem dieser privaten Dienstleistungslaboratorien ermittelten und durch Kontrolluntersuchungen überprüften Ergebnisse bestätigen die schwedischen Untersuchungen.

In einem Punkt sind sich der VUP und Deutschlands Verbraucherschutzministerin jedoch einig: "Die Verbraucher sind weitestgehend über Schadstoffbelastungen und davon ausgehende Risiken zu unterrichten. Alle Beteiligten sind aber auch in der Verantwortung, weitere Verunsicherungen des Verbrauchers zu vermeiden", heißt es in einer Erklärung des VUP.

Quelle: Verband Unabhängiger Prüflaboratorien (VUP)




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