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MedPilot - Virtuelle Fachbibliothek Medizin


Nützliche und dazu noch kostenfreie Informationsdienste sind im Internet sehr begehrt. Leider nimmt die Zahl solcher Angebote in den letzten Jahren kontinuierlich ab, da letztlich alle Webangebote irgendwie finanziert werden müssen. Die meisten derartigen Angebote werden heute von Verlagen zur Vermarktung ihrer Printmedien angeboten (siehe die in dieser Artikelreihe in diesem Jahr vorgestellten Seiten http://www.scirus.com, www.spectroscopynow.com und www.separationsnow.com, andere wiederum werden von staatlichen Institutionen gefördert und publiziert. Stellvertretend für diese Angebote wollen wir diesmal die Seite "Medpilot - Virtuelle Fachbibliothek Medizin" vorstellen, die unter www.medpilot.de zugänglich ist.

MedPilot ist ein Service der Deutschen Zentralbibliothek für Medizin ZB MED (www.zbmed.de) und des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information DIMDI (www.dimdi.de). Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG gefördert.

MedPilot ist ein medizinisches Informationsportal, das dem Benutzer die Möglichkeit bietet, mit nur einer Suchanfrage gleichzeitig in verschiedenen medizinischen Datenbanken zu recherchieren (unter anderem "Medline" sowie die beiden Datenbanken "CCRIS" und "XToxline" mit toxikologischen Fachinformationen). Bei Verfügbarkeit wird direkt anschließend an die Recherche auch die kostenpflichtige Dokumentbestellung oder die direkte Ansicht von Online-Volltexten ermöglicht. Es gibt eine einfache und eine erweiterte Suchoberfläche, die sogenannte "Profi-Recherche". Bei der einfachen Suchoberfläche ("einfache Recherche") sind die einzubeziehenden Datenbanken bereits vorausgewählt.

Für komplexere Recherchen ist die "Profi-Recherche" zu empfehlen. Hier kann frei gewählt werden, welche der Datenbanken in die Recherche einbezogen werden sollen, ein Mausklick genügt. Durch einen Klick auf den "i"-Button werden Informationen zum Inhalt der jeweiligen Datenbanken angezeigt. Neben der Freitextsuche ist auch eine Recherche nach Autor, Titel, Quelle, Verlag und einiges mehr möglich, wobei auch mehrere Suchfelder mit den logischen Operatoren "und", "oder" sowie "und nicht" verknüpft werden können. Darüber hinaus ist auch eine Einschränkung des Erscheinungsjahres, der Sprache sowie des Dokumenttyps (beispielsweise "Biographie", "Studie", "Review" oder "Monographie") möglich.

In jedem Fall erhält man die bibliographischen Informationen und kann den Originalartikel gegebenenfalls auch in der eigenen Bibliothek recherchieren. Die Preise für eine direkte Online-Bestellung beginnen bei 4 Euro für eine Lieferung des Artikels per E-Mail an Mitglieder von Forschungseinrichtungen, Privatpersonen zahlen ab 6,50 Euro und kommerzielle Nutzer aus der Industrie müssen mindestens 14 Euro berappen, was schon sehr teuer ist. Um eine Bestellung zu tätigen, ist eine Registrierung mit den kompletten Adressdaten erforderlich. Registrierte Nutzer können in Ihrem Profil einzelne Treffer in eine sogenannte "Merkliste" überführen und diese Daten ausdrucken, speichern oder als E-Mail verschicken. Nähere Informationen zur Nutzung des Medpilot können der umfangreichen Hilfeseite entnommen werden, die über den Link "Hilfe" am oberen rechten Bildrand zugänglich ist.

Wie umfangreich die gebotenen Informationen sind, soll an einigen Beispielen verdeutlicht werden. Die Suche nach toxikologischen Informationen zu "Tributylzinn" alleine in der Datenbank XToxline ergibt insgesamt 444 Treffer. Zum Thema "Acrylamid" sind 249 Treffer alleine aus dem Jahr 2004 verfügbar. Auch für den Analytiker bietet Medpilot einiges, was beispielsweise die Zahl von 8980 Treffern bei der Suche nach "chromatographic method" eindrucksvoll belegt.

Fazit:

Medpilot ist nicht nur für Wissenschaftler aus dem medizinischen Umfeld eine sehr nützliche Quelle für Fachinformationen aller Art. Das Portal bündelt den Zugang auf zahlreiche frei verfügbare Datenbanken, die simultan wie bei einer Metasuchmaschine durchsucht werden können. Die Seiten sind sehr einfach zu navigieren und liefern eine übersichtliche Präsentation der teilweise sehr umfangreichen Trefferlisten. Hier werden Interessenten viele Informationen finden, die über die "Generalisten" wie Google nicht zu finden sind, da diese eben nicht in Datenbanken hineinblicken können. Einzig der hohe Preis für die Lieferung von Volltexten stört, aber dies ist ein politisches Problem, dem sich die Verlage stellen müssen, die diese Preise festlegen.

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