04.10.2018

Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der Ruhr-Universität Bochum

Der Mikrokern-Test in vitro - ein Verfahren zum Nachweis genotoxischer Wirkungen von Gefahrstoffen

Prof. Dr. Thomas Brüning, Dr. Sabine Plöttner, Dr. Heiko U. Käfferlein, Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der Ruhr-Universität Bochum



Der Mikrokern-Test ist eine in der Toxikologie häufig verwendete Methode zum Nachweis genotoxischer Effekte in Zellen, die sich geteilt haben. Die Anzahl an Mikrokernen wird hierbei als Marker für mutagene und genotoxische Schädigungen verwendet, die durch verschiedene chemische oder physikalische Einwirkungen verursacht werden können. Im IPA wurde der Mikrokern-Test in vitro an der humanen Harnblasenzelllinie RT4 etabliert, um zum einen das bestehende Methodenspektrum weiter zu ergänzen und andererseits um die genotoxische Wirkung von Gefahrstoffen spezifisch unter dem Gesichtspunkt der Entstehung von Harnblasenkrebs untersuchen zu können.

Der Mikrokern-Test, auch Mikronukleus- oder MN-Test, findet eine breite Anwendung zur Charakterisierung mutagener und genotoxischer Wirkungen von Gefahrstoffen sowie in zahlreichen Biomonitoring-Studien bei gefahrstoffexponierten Beschäftigten zur Abschätzung eines potenziellen Risikos für Mutationen (Fenech et al. 1999; Nersesyan et al. 2016). In den vergangenen Jahren wurde der Test auch in Feldstudien des IPA im Rahmen des biologischen Effektmonitorings durchgeführt (Welge et al. 2011). Die größte Bedeutung kommt dem MN-Test jedoch bei der Risikobewertung von Chemikalien und im Zulassungsverfahren von neuen Medikamenten zu.

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