16.11.2018

28.06.2018

ACHEMA

ACHEMA 2018 Trendbericht: Die Suche nach dem biobasierten heiligen Gral - ist das Ergebnis in Europa das gleiche wie in den USA?

ACHEMA



Erdöl ist eine endliche Ressource und wenn wir es weiterhin verwenden, wird das die Klimaerwärmung beschleunigen. Seit das klar ist, hat die Suche nach Alternativen zum Erdöl begonnen. Schiefergas und Erdgas sind dabei nur Pseudolösungen, denn auch ihr Vorrat ist begrenzt und es handelt sich um fossile Rohstoffe. Der einzige Ausweg sind nichtfossile, also biobasierte Rohstoffe. Industrie und Akademia entwickeln fieberhaft biobasierte Prozesse, immer unter der Prämisse, dass die Produkte nicht teurer sein dürfen als konventionelle.

Allerdings fiel im Herbst 2014 der Rohöl-Preis unter 70 US Dollar pro Barrel und hat sich bis zum Frühjahr 2018 nicht erholt. Die Preise für die Bausteinchemikalien Ethylen und Propylen haben sich von 2014 bis 2016 halbiert. Diese trüben Aussichten haben die Chemieriesen Braskem und Dow Chemical dazu bewogen, ihre Entwicklungsarbeiten für biobasiertes Propylen auf Eis zu legen. Thyssen Krupp Industrial Solutions hat seine Mehrzweck-Produktionsanlage für organische Säuren in Leuna 2015 in Winterschlaf geschickt, bis bessere Zeiten kommen, und letztendlich an EW Biotech verkauft.

Die Zeiten sind weltweit hart für biobasierte Chemikalien, denn preismäßig können sie mit der fossilen Konkurrenz nur selten mithalten. Nicht einmal in Sachen Klimaerwärmung können sie einen Trumpf ausspielen. Vom weltweiten Energiebedarf verbraucht die chemische Industrie 30% und sie ist verantwortlich für 20% der Treibhausgase, die die gesamte Industrie emittiert. Die Kohlenstoffmenge, die am Ende in Produkten landet, ist dagegen vergleichsweise gering. Der Energieverbrauch ist deshalb der Ansatzpunkt, wenn der CO2-Ausstoß merklich reduziert werden soll. Trotzdem haben viele Regierungen biobasierte Produkte in ihre Strategien aufgenommen und ambitionierte Ziele gesetzt.

» Artikel lesen




» alle Fachartikel dieser Firma