24.05.2018

Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Münsterland-Emscher-Lippe

Cyclo-di-BADGE in Lebensmitteln aus Konservendosen - was tun?

Dr. Beate Brauer Kontakt, Tim Püth, Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Münsterland-Emscher-Lippe



Konservendosen werden zum Schutz vor Korrosion - mit den damit verbundenen Übergängen auf das verpackte Lebensmittel - auf der Innenseite beschichtet. Ein gängiges Beschichtungssystem ist Epoxyphenolharz auf der Basis von Bisphenol-A (BPA). Beim Aushärten der Beschichtung können unbeabsichtigt Reaktionsnebenprodukte entstehen, wie insbesondere Cyclo-di-BADGE (CdB), das cyclische Kondensationsprodukt von BPA und Bisphenol-A-diglycidylether (BADGE).

In der Vergangenheit waren bereits in diversen Laboratorien der amtlichen Überwachung hohe Befunde an CdB in Fisch-in-Öl und Kokosmilch, die in Dosen verpackt waren, aufgefallen. Nun sollten im CVUA-MEL Dosenkonserven mit Lebensmitteln, welche üblicherweise in größeren Mengen verzehrt werden (Eintöpfe, Suppen) mit einer speziell für diese Matrix entwickelten Methode untersucht werden.

Während eine HPLC-FLD-Analytik bei Fisch-in-Öl-Konserven zu verlässlichen Ergebnissen führt, kommt es bei Dosensuppen und Eintöpfen zu Matrixinterferenzen. Das heißt je nachdem, ob ein Störpeak den Peak des Analyten oder den des Internen Standards überdeckt, können die Ergebnisse zu hoch oder zu niedrig ausfallen.

Als analytisches Verfahren zur Bestimmung von Kontaminanten in komplexen Lebensmitteln bietet sich die LC-GC-MS/MS (Triple Quadrupol) Technik an. Dabei dient die vorgeschaltete Normalphasen-HPLC (NP-HPLC) der Abtrennung des Analyten von der Matrix. Anschließend wird die Fraktion eingeengt, silyliert und der GC-MS/MS-Bestimmung zugeführt.

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