07.12.2017

Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der Ruhr-Universität Bochum

Gefährdung durch flüssigkeitsdichte Handschuhe?

Prof. Thomas Brüning Kontakt, Manigé Fartasch, Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der Ruhr-Universität Bochum



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In Deutschland werden jährlich über 20.000 beruflich bedingte Handekzeme durch sogenannte Hautarztberichte angezeigt. Die irritativen Kontaktekzeme der Hände stellen dabei die größte Gruppe der beruflich verursachten entzündlichen Hauterkrankungen. Welchen Einfluss die Feuchtarbeit beziehungsweise dabei das Tragen von flüssigkeits-dichten Handschuhen - auch Okklusion genannt - hat, wurde in verschiedenen aktuellen Studien untersucht, die in dieser Übersicht vorgestellt werden.

Mehr als zweidrittel der beruflich bedingten Handekzeme verteilen sich auf sechs Tätigkeiten beziehungsweise Tätigkeitsbereiche wie die Friseurbranche, die Reinigungsbranche, das Baugewerbe, die Metallverarbeitungsbranche, Gesundheitsberufe und die Nahrungsmittelbranche. Diese Berufe weisen Gefährdungen im Sinne von Feuchtarbeit auf. Nach heutigem Wissensstand stellt die Feuchtarbeit den Hauptrisikofaktor für die Entstehung der überwiegenden irritativen Kontaktekzeme (IKE) der Hände dar.

Unter dem Begriff der Feuchtarbeit subsumieren sich jedoch eine Vielzahl von unterschiedlichen beruflichen Aktivitäten mit einem bestimmten Belastungsmuster. Die Feuchtarbeit beschränkt sich dabei nicht nur auf den direkten beziehungsweise indirekten Feuchtigkeitskontakt (sog. feuchtes Milieu) zu Wasser / Lösungen und anderen flüssigen Substanzen sowie auf häufiges Händewaschen, sondern auch auf das Tragen von flüssigkeitsdichten Schutzhandschuhen. Letzteres kann zur Quellung der Hornschicht führen.

Die unterschiedlichen Belastungen der Feuchtarbeit sollen die Entstehung eines IKE begünstigen. Unklar ist dabei, welchen Anteil beziehungsweise Wichtung die unterschiedlichen Aktivitäten der Feuchtarbeit dabei haben und wie sie zu bewerten sind.

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