28.09.2017

Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der Ruhr-Universität Bochum

Hautgängigkeit von Azofarbstoffen - Untersuchungen mittels des Franz'schen Diffusionszellmodells

Julia Goerigk, Dr. Heiko U. Käfferlein, Prof. Thomas Brüning Kontakt, Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der Ruhr-Universität Bochum



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Azofarbstoffe, das heißt im Anwendungsmedium lösliche Azofarbmittel, stellen eine industriell wichtige Klasse an synthetischen Farbmitteln dar. Aufgrund einer nahezu unbegrenzten Variationsbreite der zu ihrer Synthese eingesetzten Komponenten, unter anderem aromatische Amine, ist eine große Farbstoffpalette zugänglich. Gerade aber die herstellungsbedingte Verwendung aromatischer Amine lässt den Einsatz von Azofarbstoffen kritisch erscheinen, da nach Exposition des Menschen der entsprechende Azofarbstoff im Körper wieder in das freie aromatische Amin gespalten werden kann. Insbesondere zur Relevanz der dermalen Exposition mit Azofarbstoffen liegen nur unzureichende Untersuchungen vor. Das IPA hat jetzt erstmals mit Hilfe des Franz'schen Diffusionszellmodells die Hautgängigkeit des Azofarbstoffes Solvent Red 24 untersucht.

Azofarbstoffe werden über eine Diazotierung von aromatischen Aminen und deren anschließende Kopplung mit einer geeigneten Komponente (in der Regel hydroxylierte oder sulfonierte Aromaten bzw. aromatische Amine) hergestellt. Über dieses Verfahren lässt sich ein großes Spektrum an Farbtönen, Anwendungs- und Echtheitseigenschaften erzielen. Azofarbstoffe finden dementsprechend breite industrielle Anwendung zur Färbung von Kunststoff- und Gummiprodukten, Holz, Papier, Leder, Lacken und Polituren, aber auch zur Färbung verbrauchernaher Produkte wie Textilfasern, Kosmetika und sogar Lebensmittel. Weitere Anwendungsbereiche sind Tätowiermittel (Tattoofarbstoffe) sowie die Färbung von Flüssigkeiten zur Überprüfung von Undichtigkeiten und zur Kennzeichnung steuerbegünstigter Kraftstoffe.

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