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Fachartikel aus Labor, Analytik und Qualitätskontrolle

29.09.2016

ETH Zürich Institut für Atmosphäre und Klima Ozon und Sommersmog: Klimawandel gefährdet heutige Erfolge

Prof. Johannes Stähelin Kontakt, ETH Zürich Institut für Atmosphäre und Klima
Dr. Christoph Hüglin Kontakt, EMPA - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt
Prof. Stefan Brönnimann Kontakt, Geographisches Institut Universität Bern


Ozonschicht und Sommersmog sind seit den 1990er-Jahren in der Schweiz oft diskutierte Umweltthemen. Im Gegensatz zum hoch gelegenen stratosphärischen Ozon, das die "Ozonschicht" bildet und vor schädlicher UV-Strahlung der Sonne schützt, behandelt dieser Artikel die Ozonbelastung in Bodennähe.

Was ist Ozon und wie wirkt es?

Der Luftschadstoff Ozon wird in der Troposphäre (Luftschicht vom Boden bis etwa 10 km Höhe) gebildet, wenn bei Sonnenlicht Kohlenwasserstoffe im Beisein von Stickoxiden abgebaut werden. Um die Ozonbildung zu vermindern, muss der Ausstoß der Vorläuferschadstoffe - sowohl von Kohlenwasserstoffen als auch von Stickoxiden - gesenkt werden. Bund und Kantone haben deshalb seit Mitte der 1980er-Jahre Maßnahmen zur Reduktion der Emissionen dieser Ozonvorläufer erarbeitet und umgesetzt.

In der Landwirtschaft führt die gegenwärtige Ozonbelastung zu erheblichen Ertragseinbußen. Außerdem ist Ozon in den unteren Luftschichten ein starkes Klimagas. Nach Kohlendioxid und Methan trägt das Ozon in der oberen Troposphäre am stärksten zum vom Menschen verursachten Klimawandel bei.

Auch wenn Ozon die menschliche Gesundheit insgesamt belastet, so hat es doch auch positive Wirkungen auf die Luftqualität. Ozon führt über komplexe chemische Prozesse zur Bildung des Hydroxyl-Radikals, welches den Abbau von verschiedenen Luftschadstoffen in der Atmosphäre beschleunigt.

Der Ozongehalt in der Umgebungsluft hat trotz erfolgreicher Luftreinhaltemaßnahmen in der Schweiz nur wenig abgenommen. Damit belastet der Sommersmog nach wie vor die menschliche Gesundheit. Mit dem Klimawandel dürften heiße Sommer wie 2003 und 2015 künftig häufiger auftreten und das Ozonproblem erneut verschärfen.

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