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Fachartikel aus Labor, Analytik und Qualitätskontrolle

07.03.2013

Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der Ruhr-Universität Bochum Verstoffwechslung aromatischer Amine - Neue Erkenntnisse zur metabolischen Dephenylierung von N -Phenyl-2-Naphthylamin zum humankanzerogenen 2-Naphthylamin

Dr. Tobias Weiß Kontakt, Prof. Thomas Brüning, Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der Ruhr-Universität Bochum
Prof. Hermann M. Bolt Kontakt, Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund


N-Phenyl-2-Naphthylamin (P2NA) wurde bis in die 1980er Jahre bei der Herstellung von Gummiprodukten als Alterungsschutzmittel eingesetzt. Insbesondere in den 1950er und 1960er Jahren war P2NA herstellungsbedingt nicht unerheblich mit dem humankanzerogenen aromatischen Amin 2-Naphthylamin (2NA) verunreinigt (IFA 2011). Darüber hinaus steht das P2NA in Verdacht, selbst kanzerogen zu wirken, indem es im Organismus in Teilen zum 2NA verstoffwechselt wird. Auf Basis eines Tiermodells untersuchte das IPA neue qualitative wie quantitative Erkenntnisse zur Verstoffwechslung von P2NA.

Berufliche Expositionen gegenüber P2NA bestanden in Deutschland im Wesentlichen im Bereich der Gummiindustrie bis in die 1980er Jahre. Dort wurde P2NA dem Rohgummi im Bereich der sogenannten Mischerei als Alterungsschutzmittel zugesetzt. Arbeitnehmer in der Mischerei aber auch aus anderen Bereichen einer Gummifabrik waren daher gegenüber P2NA-haltigen Stäuben exponiert. Während jedoch 2NA bekanntermaßen gut hautgängig ist, legen In-vitro-Experimente an humaner Haut nahe, dass P2NA nicht dermal aufgenommen wird (Lüersen et al. 2005; 2006). Vor diesem
Hintergrund wurde bislang davon ausgegangen, dass berufliche Expositionen an entsprechenden Arbeitsplätzen im Wesentlichen durch die 2NA-Verunreinigung des P2NA geprägt war (Erhard 2000).

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