28.02.2019

Was muss, das muss!


Mahnmal Verpflichtung
Quelle: Andreas Levers [CCby]
Verpflichtungen sind in der Regel unangenehme Aufgaben, die man gerne vor sich herschiebt. Pflichtbewusstsein dagegen ist eine der sehr gefragten Eigenschaften oder neudeutsch "Soft Skills", die gute Mitarbeiter, Kollegen oder Freunde ausmachen. Ein ziemliches Dilemma, dem man sich nur schwer entziehen kann.

Verpflichtet wird man ab dem Moment, ab dem man in der Lage ist, Dinge selbstständig und eigenverantwortlich zu erledigen - also bereits im Kindesalter. Später bedingt häufig die Gesellschaft oder eigene Moral, dass man sich zu etwas verpflichtet fühlt. Gegenüber den Kindern, den Eltern, der Umwelt, dem Arbeitgeber - allem gegenüber trägt man eine gewisse Verantwortung. Und es ist doch ein gutes Gefühl, wenn man in der Lage ist und es einem zugetraut wird, Verantwortung zu übernehmen.

"Verpflichtung" könnte man also durch das sehr viel positiver klingende Wort "Verantwortung" ersetzen. Auch Verantwortung kann stressen und anstrengend sein, gibt einem aber in der Regel auch ein gutes Selbstwertgefühl. Schritt eins aus dem Dilemma wäre also geschafft!

Als nächstes sollte man das "große Ganze" betrachten: (sinnvolle!) Verpflichtungen sind wirklich wichtige Dinge, ohne die Wesentliches nicht funktioniert. Komme ich beispielsweise meiner Pflicht dem Kunden ein Angebot zu erstellen nicht nach, wird der Auftrag platzen (und möglicherweise meinen Arbeitsplatz gefährden). Welche positiven Einflüsse Pflichtbewusstsein - Zuverlässigkeit - innerhalb der Familie hat, kann jeder für sich persönlich nachvollziehen. Kommt man seinen Verpflichtungen nach, bewirkt man also Gutes vieler Hinsicht.

Wie immer im Leben gilt auch hier selbstverständlich, dass alles eine Frage der Dosierung ist und hinterfragt werden kann und muss. Übertriebenes Pflichtbewusstsein kann zu blindem Gehorsam, zum Burnout oder beidem führen. Dem ist nun wirklich nichts Positives mehr abzugewinnen.

So hat jeder die Pflicht, eine gute Balance für sich selbst zu finden. Der Mediziner und Aphoristiker Gerhard Uhlenbruck hat dafür einen guten Vorschlag:
Pflicht heißt: Lust zu etwas zu haben, wozu man keine Lust hat.
Gerhard Uhlenbruck (*1929)

» Über das Pflichtbewusstsein

Autor: Anke Fähnrich


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