14.02.2019

Wieso - weshalb - warum?


Fragen
Quelle: Pixabay [CC0]
Schier unerschöpflich ist der Wissensdurst von 3-jährigen Kindern. Gefühlte 2.800 Mal pro Tag habe ich (jedem meiner Kinder) während dieser Lebensphase eine Antwort auf die Frage "Warum" geben müssen. Mehr oder weniger ausführlich, auch mal halbherzig oder entnervt.

Falls sich Ihre Kinder gerade in dieser Phase befinden: seien Sie beruhigt, es geht vorbei! Rückblickend betrachtet ist das eigentlich schade. Denn im Laufe des Erwachsenwerdens nimmt der Wissensdurst - von Ausnahmen abgesehen leider immer mehr ab und verharrt über einen längeren Zeitraum im Zustand des absoluten Desinteresses gegenüber Allem und Jedem - das ist zum Glück auch nur eine Phase, aber mindestens genauso anstrengend, wie die tägliche Dosis "Warum-Fragen".

Beruhigend ist die Tatsache, dass sich im Regelfall mit dem Erreichen des Erwachsenen-Alters - beim einen früher, beim anderen später - ein grundsätzliches Interesse auch an anderen Dingen als an sich selbst automatisch wieder einstellt. Das ist auch zwingend erforderlich, damit sich Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft weiter entwickeln können.
Wichtig ist, dass man nicht aufhört zu fragen.
Albert Einstein (1879-1955)
wird der Physiker Albert Einstein zitiert. Da er als kritischer und teilweise unbequemer Denker bekannt ist, bin ich mir sicher, dass er nicht nur Fragen nach Neuem und Unbekanntem, sondern auch das Hinterfragen bereits bekannter oder bestehender Thesen gemeint hat.

Allzu oft wird im Berufsleben oder im Alltag mit Totschlag-Argumenten wie "das ist schon immer so", "besser wird es dadurch auch nicht", oder mit Schwarzmalerei à la "das interessiert doch niemanden" gearbeitet. Davon darf man sich nicht entmutigen lassen. Veränderungen beginnen immer mit einem Fragezeichen und meistens im Kleinen: wissenschaftliche Erkenntnisse starten mit der Frage nach dem Warum und sind in der Regel mit vielen Misserfolgen gespickt, bis sie veröffentlicht werden oder zur Marktreife gelangen. Gesellschaftliche Veränderungen bedürfen der Erkenntnis, dass etwas geändert werden sollte und brauchen auch mal mehr als eine Generation bis sie greifen.

In diesem Sinne: Bleiben Sie neugierig, kritisch und (hinter)fragen Sie. Suchen Sie ausgiebig und hartnäckig nach einer adäquaten Antwort oder Lösung. So gelingt in der Regel das, was man Fortschritt und Weiterentwicklung nennt, (hoffentlich) verbunden mit der Verbesserung des Bestehenden.

Autor: Anke Fähnrich


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anonym22.02.2019 um 11:12:44

Von Übel ist nur: Wenn man hinterfragt, zum Ergebnis kommt: das ist so nicht schlüssig und dann Vorschriften nicht abändert sondern ignoriert:

Ja verglichen mit der Situation in der Arbeitssicherheit von 30 Jahren jammern wir auf hohem Niveau...

Aber weil uns damals das Benzol zum Händewaschen nicht geschadet hat muss man das heute nicht unbedingt weitermachen...

Ja vieles ist überzogen... kann man hinterfragen. Aber trotzdem sind auch hinterfragte Vorschriften und Gesetze einzuhalten!




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