23.03.2019

13.02.2019

So werden Sie die nervigen Cookie-Banner los!


Auf immer mehr Webseiten wird man inzwischen mit Cookie-Bannern und überflüssigen Hinweisen belästigt. Es gibt die dezenten, die irgendwo am Bildschirmrand stehen und idealerweise keine Texte oder Navigationspunkte überdecken, und die wirklich nervigen, die man wegklicken muss, oder die einen mündigen Digitalbürger für dumm verkaufen wollen wie im folgenden Beispiel:

Nervige Cookie-Banner
Danke für diesen überflüssigen Hinweis, den ich bei jedem Besuch
dieser Seite wegklicken muss, weil er den Text überdeckt!


Wer seinen Browser entsprechend konfiguriert und beispielsweise "Third Party" oder Tracking Cookies sperrt und die Browserdaten nach jeder Sitzung automatisch löscht, für den sind die Cookie-Banner doppelt nervig, da sie überflüssig sind. Anderen Nutzern sind solche Warnungen mehr oder weniger egal oder sie wissen gar nicht, worum es geht. Machen sich eigentlich manche Firmen überhaupt Gedanken, wie sehr sie mit ihrer übertriebenen Angst Kunden oder Nutzer möglicherweise verärgern oder sogar verprellen?

Es gibt neben Schwarmintelligenz leider auch "Schwarmdummheit", wenn man einfach irgendetwas übernimmt, weil "es die anderen ja auch so machen". Wer sich wirklich für Datenschutz interessiert, der wird sich ganz einfach die entsprechenden Datenschutzhinweise auf der Seite ansehen - ganz ohne nervige Aufforderung. Aber das werden wahrscheinlich genauso viele Leute sein, wie diejenigen, die die AGB vor einer Online-Bestellung oder die Bedienungsanleitung elektronischer Geräte vor der Inbetriebnahme lesen.

Leider ist die aktuelle Rechtslage beim Thema Cookies relativ verworren, und solange die ePrivacy-Verordnung der EU nicht final beschlossen ist, wird sich daran auch nichts ändern. Fakt ist, dass die EU 2011 eine sehr strenge Cookie-Richtlinie (2009/136/EG) verabschiedet hat, bei der fast immer eine vorherige Zustimmung erforderlich ist. Diese Richtlinie wurde aber nie von der Bundesrepublik Deutschland ratifiziert, und seit dem 25.05.2018 gilt ausschließlich die DSGVO. Diese enthält nach Auffassung führender Fachanwälte für Online-Recht keine exakten Festlegungen zum rechtskonformen Einsatz von Cookies. Sie kennt nur das "berechtige Interesse" des Webseitenbetreibers und eine, wie auch immer gestaltete, Einwilligung (siehe §6 Abs. 1). Was das genau heißt, werden hoffentlich Gerichtsurteile im Jahr 2019 zeigen, bei denen die DSGVO in die Beurteilung einbezogen wird.

Die Empfehlung von Fachanwälten, bis dahin Cookie-Banner einzubauen, damit man "auf der absolut sicheren Seite ist", ist ungefähr genauso hilfreich wie der Tipp, am besten kein Flugzeug zu besteigen, wenn man ganz sicher nicht abstürzen will ... Und ich frage mich, wie man im Fall einer Abmahnung aufgrund eines fehlenden Cookie-Hinweises vor Gericht beweisen will, dass man zum fraglichen Zeitpunkt eben diesen Hinweis auf der Seite eingeblendet hatte? Alleine daran erkennt man die Sinnlosigkeit von Cookie-Bannern!

Bei meiner Recherche habe ich ein Browser-Add-On für Firefox, Chrome und Opera gefunden, mit dem man die nervigen Hinweise weitgehend ausblenden kann. Das sollte jeder installieren, um dieser Unsitte browserseitig ein Ende zu bereiten! Erste Tests zeigen, dass die Banner fast überall verschwinden, übrigens auch beim Ausdrucken von Seiten. Wenn nicht, kann man über die rechte Maustaste die Website, auf der der Hinweis noch sichtbar ist, an die Entwickler melden. So wird das Tool immer besser!

» Cookie-Banner Blocker (Firefox, Chrome und Opera Browser)

Autor: Dr. Torsten Beyer


» Kommentieren