31.01.2019

Trau keiner Statistik...


Statistik
Quelle: Pixabay [CC0]
Die Auswertung von Statistiken ist eine Wissenschaft für sich. Je nachdem, welcher Auftraggeber hinter einer Untersuchung steckt, kann das Ergebnis einer statistischen Untersuchung wunschgemäß interpretiert werden.

Recht deutlich wird die Aussagekraft eines Ergebnisses an der Debatte zur Pünktlichkeit der Bahn: "Jeder 4. Zug verspätet" lautete die Schlagzeile allerorten und sorgte für Unmut. Meiner Überzeugung nach hätte die Schlagzeile "3/4 aller Züge pünktlich!" deutlich weniger Unmut, möglicherweise sogar beifällige Kommentare verursacht.

Nun, demjenigen, der zum wiederholten Mal seinen Anschlusszug aufgrund einer Verspätung verpasst oder zu spät zur Arbeit kommt, weil die S-Bahn gleich ganz ausgefallen ist, dem wird es ziemlich egal sein, wie die Statistik ausgewertet wurde. Er ist zu Recht verärgert.

Mit Statistiken kann aber auch Stimmung erzeugt oder Angst geschürt werden. Besonders, wenn es um politische Debatten oder Umwelt- und Gesundheitsthemen geht, sollte man daher auch die Statistikmeldungen mutmaßlich objektiver Medien kritisch betrachten und hinterfragen.

Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung (RWI), namentlich der Berliner Psychologe Gerd Gigerenzer, der Bochumer Ökonom Thomas Bauer und der Dortmunder Statistiker Walter Krämer, ist Herausgeber der schon mehrmals von uns zitierten "Unstatistik des Monats". Jeden Monat wird ein interessantes Beispiel zur Auswertung und Auslegung von Statistiken in unterschiedlichen Bereichen eingehend betrachtet.

Die von den Autoren zerpflückten Statistiken lassen einen oftmals schmunzeln, aber manchmal auch nachdenklich werden. Oder mit den Worten des 32. Präsident der Vereinigten Staaten Franklin D. Roosevelt gesprochen:
Ich stehe Statistiken etwas skeptisch gegenüber. Denn laut Statistik haben ein Millionär und ein armer Kerl jeder eine halbe Million.
Franklin D. Roosevelt (1882-1945)

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Autor: Anke Fähnrich


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