17.01.2019

Braucht kein Mensch: High-end Low Performer


Die Trägheit - Pieter Bruegel d.Ä.
Die Trägheit (Ausschnitt)
Pieter Bruegel der Ältere,
Hrsg.: Hieronymus Cock.
Bibliothèque Royale, Cabinet
Estampes, Brüssel [CC0]
In jedem größeren Kollegen-Team gibt es die gleichen Stereotypen: Klassen-Clowns, Miesepeter, Besserwisser, Nichts-Wisser, Optimisten, Pessimisten, Workaholics und die Low-Performer oder schlicht die faulen Säcke oder vornehmer ausgedrückt die Drückeberger.

Letztere zeichnen sich dadurch aus, dass sie es immer wieder schaffen, sich so geschickt um die anstehenden Arbeiten zu drücken, dass man dies erst im Nachhinein merkt, wenn schon alles erledigt ist. Oft führen die Drückeberger ein angenehmes Arbeitsleben, gedeckt von der Loyalität der Kollegen, die deren Arbeit mit erledigen.

Auf seine nicht verrichtete Arbeit angesprochen, fehlt es dem Drückeberger in der Regel nicht an Gründen (böse Zungen sprechen hier auch von Ausreden) sich zu rechtfertigen: Er steckt bereits bis über beide Ohren in Arbeit, hat "wichtige" Gespräche und Termine oder persönliche Befindlichkeiten, die man als guter Kollege schließlich verstehen muss.... Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

Hat der Drückeberger Glück, arbeitet er mit einem Workaholic zusammen, der es bestenfalls gar nicht merkt, dass der Kollege seine Arbeit geschickt an ihn delegiert statt sie selbst zu erledigen. Fühlt man sich aber ausgenutzt oder im Stich gelassen, so hilft nur ein "Frontalangriff", d.h., den Kollegen direkt auf das Problem anzusprechen; gegebenenfalls gemeinsam mit anderen leidgeprüften Kollegen.

Ein High-end Low Performer wird überzeugend darlegen können, warum er dieses oder jenes nicht selbst erledigen konnte. Aber für diesen Fall hatte schon der französische Literatur-Nobelpreisträger Albert Camus einen Spruch parat, der allen Wind aus den Segeln nehmen kann:
Wer etwas will, findet Wege. Wer etwas nicht will, findet Gründe.
Albert Camus (1913-1960)

» Faule Kollegen erkennen

Autor: Anke Fähnrich


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