11.04.2018

Im Zweifel bitte auch mal die Klappe halten!


Um den heutigen Aphorismus besser einordnen zu können, muss man die Biographie des Autors, Isaak Asimov, etwas näher beleuchten. Er war Biochemiker (seine Bachelor-Abschluss machte er mit 19 Jahren), Sachbuchautor und einer der bekanntesten sowie einflussreichsten Science-Fiction Autoren des 20. Jahrhunderts. Ungewöhnlich ist, dass er seine Hochschullaufbahn mit 39 Jahren beendete, um nur noch als Autor zu arbeiten.

Zu meinem Abitur bekam ich die deutsche Übersetzung eines seiner bekanntesten Sachbücher "Die exakten Geheimnisse unserer Welt" (im Original: "New Guide to Science") von meinem Gymnasium geschenkt. Sicher hat mich unter anderem auch dieses Buch zur Aufnahme eines Chemiestudiums inspiriert, denn Asimov schafft es durch seine Bücher, die Faszination der Wissenschaft auch Laien näher zu bringen und komplizierte Sachverhalten einfach zu formulieren - eine seltene und bei der heutigen Informationsflut immer wichtigere Fähigkeit.

Bekannter sind die "3 Asimovschen Gesetze", die er in seiner Kurzgeschichte "Robbie" bereits im Jahr 1940 aufgestellt, und die durch die Thematik des autonomen Fahrens heute aktueller sind denn je:

  1. Ein Roboter darf keinen Menschen verletzen oder durch Untätigkeit zu Schaden kommen lassen.
  2. Ein Roboter muss den Befehlen eines Menschen gehorchen, es sei denn, solche Befehle stehen im Widerspruch zum ersten Gesetz.
  3. Ein Roboter muss seine eigene Existenz schützen, solange dieser Schutz nicht dem ersten oder zweiten Gesetz widerspricht.

Darüber hinaus gehörte Asimov dem Hochintelligenten-Verein "Mensa" und der Skeptikervereinigung, einer Gesellschaft zur Förderung wissenschaftlichen und skeptischen Denkens, an. Wer so viele Talente hat und über eine derart hohe Intelligenz verfügt, darf dann auch den folgenden Ausspruch tätigen, den ich uneingeschränkt unterschreiben würde:

Leute, die denken, dass sie alles wissen, sind eine immense Belästigung für diejenigen von uns, die es tun.
Isaac Asimov (1920-1992)

Ich würde mir manchmal auch wünschen, dass sich an Diskussionen immer nur die Personen beteiligen, die für das diskutierte Thema die entsprechende Kompetenz besitzen oder sich auf sachkundige Berater berufen können. Allerdings ist es aber oft so, dass dieser Personenkreis, zu dem auch viele Naturwissenschaftler gehören, eher nicht zu den "Lautsprechern" in unserer Gesellschaft gehört, leider!

» mehr über Isaac Asimov

» Asimov's New Guide to Science - Penguin-Verlag 1993 - 896 Seiten

Autor: Dr. Torsten Beyer


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Anonym20.04.2018 um 09:22:38

Dazu fällt mir ein Zitat ein das gemeinhin dem griechischen Philosophen Sokrates zugeschrieben wird:

Denn es mag wohl eben keiner von uns beiden etwas Tüchtiges oder Sonderliches wissen; allein dieser doch meint zu wissen, da er nicht weiß, ich aber, wie ich eben nicht weiß, so meine ich es auch nicht. Ich scheine also um dieses wenige doch weiser zu sein als er, dass ich, was ich nicht weiß, auch nicht glaube zu wissen.
Sokrates (469-399 v.Chr.)




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