15.03.2018

Wider den Kleingeist


Jedem ist sicher schon einmal ein Zeitgenosse begegnet, der einen mit seiner Kleingeistigkeit umgehauen hat. Solche, die ihre von Halb- oder Unwissen geprägten Überzeugungen unter die Menschheit streuen und sich auch fundierten Gegenargumenten verschließen. Meist zeichnen sich diese Personen durch eine ausgeprägte Engstirnigkeit aus und sind nicht in der Lage, Abstufungen zwischen schwarz und weiß wahrzunehmen. Versuche, die Grenzen in diesen Köpfen zu durchbrechen, scheitern meist kläglich.

Im besten Fall handelt es sich bei so einer Begegnung um ein zufälliges Aufeinandertreffen mit einer unwichtigen Person. Dann kann man diese bestenfalls einfach mit ihrer eingeschränkten Sichtweise links liegen lassen. Leider gibt es aber auch unter Politikern, Vorgesetzen und anderen "Entscheidern" solche, deren offenen Blick auf die Welt und globale Zusammenhänge man vergeblich sucht und die sich nur zu gern sowohl schlüssigen Gegenargumenten als auch kontroversen Diskussionen entziehen oder diese kurzerhand abwürgen.

Fatal wird es, wenn Kleingeistigkeit mit Narzissmus und übersteigerter Selbsteinschätzung einhergeht, wie derzeit vielerorts bei mächtigen und einflussreichen Politikern zu beobachten ist, die sich sämtlicher selbstständig denkender Menschen im nahen Umfeld nach und nach entledigen und so ihre Macht weiter ausbauen.

Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
Alexander von Humboldt (1769-1859)
Diese Erkenntnis von Alexander von Humboldt, der nicht nur für seine Weltoffenheit bekannt war, sondern auch dafür, seine Forschung, Wissen und Sichtweisen zeitlebens immer wieder überprüft und gegebenenfalls korrigiert zu haben, sollte uns dazu bewegen, sich den Kleingeistern nicht unterzuordnen, sondern weltoffene, kritische Netzwerke auch über unseren eigenen Horizont hinaus zu bilden und zu pflegen.

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Autor: Anke Fähnrich


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