31.01.2018

Nicht jammern, handeln!


Jeder kennt und fürchtet sie im privaten wie im geschäftlichen Bereich: Die Jammerer, Zauderer, Haderer, die jedes Gespräch erst einmal damit beginnen wie schwer sie es doch haben, dass sie so viel arbeiten müssen, dass ihnen ihr Job eigentlich gar keinen Spaß macht; oder jedem bei geschäftlichen Terminen gleich ihre ganze Lebensgeschichte erzählen. Man kann dann zwar versuchen, das Gespräch in andere Bahnen zu lenken, aber das gelingt nicht immer. Und wenn man ehrlich sagt, was man darüber denkt oder dass man das alles schon viele Male gehört hat, ist man gleich unsensibel oder arrogant. Leider merken diese Leute nicht, dass sie anderen möglicherweise auf die Nerven gehen, da sie in der Regel auch sehr ich-bezogen sind und meinen, dass die Welt sich nur um sie und ihre Probleme dreht.

Ich denke mir dann immer: In der Zeit, in der man das alles Jedem und jeden Tag erzählt, könnte man eigentlich Einiges abarbeiten oder versuchen, echte Probleme zu lösen: im Gespräch mit Kollegen oder Vorgesetzten über Verbesserungsmöglichkeiten, in einer besseren Selbstorganisation oder - wenn es denn gar nicht anders geht - in einem Wechsel des Arbeitsplatzes.

Was dieser Personenkreis auch wissen sollte: Karrierefördernd ist diese Attitüde sicherlich nicht und beliebt macht man sich so im Kollegenkreis in der Regel auch nicht. Eher findet man gleichgesinnte und kann sich dann täglich gegenseitig bemitleiden. Zugegeben, bei manchen Vorgesetzten zieht die Masche vielleicht und die Arbeit wird auf Kollegen delegiert, die sich weniger stark artikulieren. Denn "die wirklich tätigen Menschen erkennt man daran, dass sie Zeit haben" hat schon der französische Schriftsteller Jules Romains festgestellt.

Zu diesem Thema gibt es viele sehr schöne Zitate, von denen mir das des französischen Schriftstellers und Moralisten Jean de La Bruyère am besten gefällt. Anscheinend gab es auch schon im 17. Jahrhundert solche Zeitgenossen, obwohl es damals noch keine Medien und die alltägliche Informationsflut zu bewältigen gab ...

Wer den schlechtesten Gebrauch von seiner Zeit macht, jammert am meisten, dass sie so knapp ist.
Jean de la Bruyère (1645-1696)

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Autor: Dr. Torsten Beyer


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