14.11.2018

22.01.2018

Kann hier mal jemand aufräumen?


Gemeinschaftsküche
Foto: privat
Der unvermeidliche Gang in die Gemeinschaftsküche unseres Bürogebäudes veranlasst mich meist zu Spekulationen darüber, welche interessanten mikrobiologischen Experimente in der Spüle und auf der Arbeitsplatte über der Spülmaschine durchgeführt werden. "Evolution intelligenten Lebens in der Müslischale - eine Zeitstudie" könnte eins der Themen sein, an denen hier näher geforscht wird.

Möglicherweise findet im Spülbecken auch eine caritative Sammlung zur Minimierung des Welthungers statt. - Ich muss mich dringend darüber informieren, welche Lebensmittel sich durch Ansammlung im Ausguss des Spülbeckens upcylen lassen. Scheinbar wartet man hier noch auf größere Lieferungen, wozu sollte sonst das Küchenmesser mittendrin liegen?

Vermutlich herrscht in Gemeinschaftsküchen ein ausgesprochener T E A M-Geist. - Toll, Ein Anderer Macht's. Wie sonst ist es zu erklären, dass viele Gemeinschaftsküchen aussehen, als hätten die Benutzer derselben zu Hause gar keine Küche oder nie gelernt, wie man eine Spülmaschine bedient? Hier ein Tipp: Die meisten Spülmaschinen haben an der Frontseite einen Griff, an dem man ziehen kann, um sie zu öffnen. Der im Inneren befindlichen Geschirrkorb kann nach Belieben mit schmutzigem Geschirr bestückt werden. Im Anschluss genügt ein leichtes Anheben und Zudrücken der Frontklappe, um die Spülmaschine wieder zu schließen.

Ob den Verursachern des Küchenchaos bewusst ist, dass in der Küche deutlich mehr Keime und Bakterien, die Infektionen verursachen können, zu finden sind als auf öffentlichen Toiletten?

Eine grundlegende Erkenntnis des deutsch-kanadischen Aphoristikers Willy Meurer, die in fast allen Bereichen des täglichen Lebens Anwendung findet, lautet
Es ist verwunderlich, was alles so liegen bleibt, wenn man nicht daran arbeitet, es wegzuräumen.
Willy Meurer (*1934)
Im Umkehrschluss daraus folgt: Es ist erstaunlich, wie einfach alles ordentlich bleibt, wenn jeder seinen Kram selbsttätig und umgehend wegräumt.

Für unser Beispiel Gemeinschaftsküche heißt das: wenn jeder seine Essensreste im Mülleimer, nicht im Spülbecken entsorgt und sein benutztes Geschirr selbst abspült oder in die Spülmaschine stellt, diese bitte im Ernstfall auch anstellt oder ausräumt, ist es erstaunlich, wie angenehm sauber alles ist.

Im Übrigen: Weder die Teamassistenz, noch Auszubildende sind für die Sauberkeit in der Gemeinschaftsküche zuständig und auch die Reinigungskräfte werden in der Regel nicht dafür bezahlt, sich um das dreckige Geschirr der Belegschaft zu kümmern. Dies liegt in der Verantwortung aller Nutzer.

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Autor: Anke Fähnrich


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