03.01.2018

Das Internet weiß überwiegend nur das über uns, was wir selbst preisgeben


Kurz vor Weihnachten ließ die Schlagzeile in den Medien aufhorchen, dass Eric Schmidt seinen Posten im Verwaltungsrat der Google-Dachfirma Alphabet aufgibt, um sich anderen Aufgaben zu widmen. Er bleibt dem Unternehmen aber im Aufsichtsrat und als Berater erhalten.

2001 war Schmidt, der übrigens väterlicherseits deutsche Wurzeln hat, an die Spitze von Google als eine Art "Erwachsenen-Aufsicht" oder "väterlicher Berater" für die jungen Gründer Larry Page und Sergey Brin geholt worden, wie man es an vielen Stellen im Internet nachlesen kann. Vielleicht wäre der kometenhafte Aufstieg zu einem der wertvollsten und einflussreichsten Unternehmen der Welt sonst nicht erfolgt oder ein anderes Unternehmen mit ähnlichen Grundideen stünde heute an diesem Platz. Wer kennt noch die Suchmaschine "AlltheWeb", die 1999 von der norwegischen Firma Fast entwickelt wurde und damals als Google-Alternative galt? Nach mehreren Verkäufen gehört sie heute zu Yahoo und die Firma Fast existiert seit 2011 nicht mehr. Aber das ist natürlich reine Spekulation, aber Fakt ist, dass schon viele gute Idee an der mangelhaften Umsetzung oder Kommunikation gescheitert sind und jeden Tag scheitern.

Eines seiner berühmtesten Zitate stammt aus einem Interview, in dem er auf den Vorwurf reagierte, dass Google und andere Webseiten zu viele Daten über die Besucher sammelt und jeder von uns gläsern wird:

Wenn es irgendetwas gibt, was man nicht über Sie wissen sollte, dann sollten Sie es vielleicht gar nicht erst tun.
Eric Schmidt (*1955)

Die Kritik ist natürlich teilweise berechtigt, wobei die großen weltweiten Player im Bereich Online-Werbung weniger an mir persönlich als an meinen Interessen interessiert sind, die dann ihre Kunden für sehr selektive Werbekampagnen nutzen können. Die Gefahr der Erpressbarkeit besteht natürlich dennoch und in etlichen Ländern kann eine falsche Internetsuche durch staatliche Überwachung leider direkt ins Gefängnis führen oder zumindest enorme Probleme verursachen.

Neben dem Hinweis von Eric Schmidt gibt es noch vielen eitere Dinge, die jeder von uns zum Selbstschutz tun kann, unter anderem:

  • Cookies im Browser grundsätzlich nur auf die aktuelle Sitzung beschränken
  • Anonymisierungsfunktionen wie "Do not track" im Browser benutzen
  • Soziale Medien sehr restriktiv nutzen
  • Formulare mit übermäßiger Datensammelwut nicht ausfüllen
  • Wegwerf-Mailadressen für Zwangsregistrierungen benutzen

Letztlich gilt: Es gibt nichts umsonst im Leben und alles, was man uns im Internet irgendwo schenkt, bezahlen wir mit persönlichen Daten. Leider haben das viele Nutzer immer noch nicht verstanden ...

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Autor: Dr. Torsten Beyer


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