01.11.2018

Öfter mal "Nein" sagen!


Gerade gegen Ende des Jahres geht es Vielen so, dass sich Berge unerledigter Arbeit und anstehender Termine um einen herum auftürmen und langsam aber sicher verzweifeln lassen. Nicht selten liegt es daran, dass man sich mal wieder hat überrumpeln lassen. Vom Chef, von Kollegen oder von Freunden: "Kannst du noch schnell...?" - "Übernehmen Sie bitte noch..." - "Wir brauchen dringend noch jemanden für...", das sind oft die Einleitungen für zusätzliche Arbeit und Verantwortung, die einem aufgedrückt werden, wenn man sich nicht schnell genug duckt oder vergisst, mit den anderen den sinnbildlichen Schritt nach hinten zu gehen. Und schon hat man den Salat.

Die Hälfte der Schwierigkeiten im Leben besteht darin, dass man zu schnell "Ja" und nicht schnell genug "Nein" sagt.
Josh Billings (1818-1885)
stellte schon der amerikanische Humorist und Freund von Mark Twain, Josh Billings, fest.

Unsere Mitmenschen erkennen blitzschnell wer diejenigen sind, die schlecht "Nein" sagen können und nutzen das in der Regel auch gnadenlos aus. Hat man die zusätzlichen - meist ungeliebten oder unangenehmen - Arbeiten erst einmal "auf's Auge gedrückt" bekommen, ist es fast unmöglich, sich ihrer wieder zu entledigen. Wie auch? Einen anderen, noch dümmeren Dummen finden und die Aufgaben weiter delegieren? Dem Auftraggeber zu verstehen geben, dass man sich übernommen hat oder übervorteilt fühlt? Das eine ist sehr schwierig, das andere so unangenehm, dass man sich schließlich doch selbst an die Arbeit macht.

Ja statt Nein zu sagen hat unterschiedlichste Gründe:

  • Will man beliebt sein und hat Angst, sein Gegenüber vor den Kopf zu stoßen?
  • Möchte man Eindruck beim Vorgesetzen oder Kollegen machen?
  • Sagt man "Ja", um Konflikten aus dem Weg zu gehen oder Streit zu vermeiden?
  • Überschätzt man sich und seine Kapazitäten oder Ressourcen einfach?

Egal was der Grund auch ist, letztendlich hat man unnötigen Stress, den man sich selbst eingebrockt hat. Um den zu vermeiden, könnte man sich eine "ist mir doch egal" oder "die können mich alle mal" Haltung aneignen, aber das ist für die allermeisten Ja-Sager so sehr gegen ihre Natur, dass es in der Regel nicht funktioniert. Besser ist es, sich Bedenkzeit zu erbitten oder freundliche Nein-Sätze anzutrainieren. Denn manchmal reicht schon ein "Lass mich darüber nachdenken" oder "Ich muss in meinem Kalender schauen, ob ich noch Kapazitäten frei habe", um sich zusätzliche Aufgaben vom Hals zu halten.

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» Über Josh Billings

Autor: Anke Fähnrich


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