06.09.2018

Ruhig Blut ...


Bei meinen Recherchen brachte mich folgende Nachricht zum Schmunzeln: "Wütende Menschen sind nicht so schlau, wie sie denken" titelte der Verein Institut Ranke-Heinemann - Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund.

In der Pressemitteilung heißt es, dass "Menschen, die durch ihren Charakter bedingt schnell die Beherrschung verlieren dazu tendieren, ihre eigene Intelligenz zu überschätzen". Ich kam nicht umhin, dass mir spontan einige Personen in den Sinn kamen, die dieser Einschätzung offensichtlich entsprechen und konnte mich einer gewissen Häme nicht verschließen, dass das geflügelte Wort "Wer schreit hat Unrecht" nun wissenschaftlich belegt wurde. - Wahrscheinlich hat jeder Leser in diesem Moment mindestens eine Person vor Augen, auf die die Studie der University of Western Australia in Perth und der University of Warsaw zutrifft.

Leider hilft der wissenschaftlich Beweis im Alltag zunächst nicht weiter. Man wird trotzdem weiterhin unter Cholerikern zu leiden haben, die ihr (angebliches) Recht wortgewaltig und lautstark durchsetzen wollen und dies oftmals aufgrund ihrer Position auch können. Ebenso unter Besserwissern, die partout nicht von ihrer Meinung abweichen und sich im Recht fühlen, egal, welche Argumente man dagegen anführt. - Vielleicht gibt einem die oben genannte Studie allerdings wenigstens ein bisschen innere Genugtuung.

Weiter heißt es in der Studie, dass ein Zusammenhang zwischen Wut und Narzissmus vermutet würde, der dann entstünde, wenn Menschen mit übertriebener Selbsteinschätzung feststellten, dass es einen Unterschied zwischen ihrer eingebildeten Großartigkeit und ihren tatsächlichen Leistungen gibt. (Ein gutes Beispiel dafür gab der amtierende US Präsident Ende August in Oklahoma.)

Manchmal hilft beim unvermeidbaren Aufeinandertreffen mit diesen leidigen Mitmenschen leider nur Kopfschütteln, gelassen bleiben und versuchen, sein Möglichstes zu tun, um dem sich selbstüberschätzenden Wüterich den Wind aus den Segeln zu nehmen, ohne ihm ungerechtfertigter Weise Recht zu geben. Wie der Dalai Lama es ausdrückt:

In der Wut verliert der Mensch seine Intelligenz.
Tenzin Gyatso (*1935)
Und wir brauchen unsere schließlich noch.

» Studie des Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbundes

» Mehr zum Dalai Lama

Autor: Anke Fähnrich


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