23.08.2018

Muss das sein?


Ach, wie schön wäre das Leben ohne Verpflichtungen! Einfach in den Tag hinein leben, nichts tun, außer vielleicht die Sonne zu genießen. Ein ordentlicher Lottogewinn oder eine ausreichende Erbschaft täten hier gut, um diese Vorstellung wahrhaftig werden zu lassen. Die Realität ist in der Regel anders: Der Tag ist eng getaktet mit Terminen und Aufgaben. Nicht nur im beruflichen, auch im privaten Bereich ist unser Kalender prall gefüllt.

Manchmal müssen wir uns besinnen und ausmisten, damit wir nicht im Hamsterrad verzweifeln. Müssen all die Meetings wirklich sein? Können wir anstehende Aufgaben nicht doch delegieren oder wenigstens aufteilen? Müssen wir jeder Einladung folgen? Kann der Haushalt nicht auch warten?

Es gibt Dutzende Bücher und Ratgeberseiten voll mit Tipps, wie der Tag effektiver und weniger belastend gestaltet werden kann. Die meisten sind so banal und grundlegend, dass es sich kaum lohnt, Zeit und Geld zu investieren, um sie zu lesen. Eigentlich ist jedem von uns klar, wie man die Tretmühle des Alltags vermeiden oder zumindest erleichtern kann. Und man kann sich sowieso nicht aller Verpflichtungen entledigen.

Abgesehen davon: Wäre es auf Dauer nicht auch schrecklich langweilig, hätte man tatsächlich gar nichts zu tun? Keine Termine und Verabredungen oder keine Arbeit, nach deren Erledigung man zufrieden auf sein Werk schauen kann? Ich denke schon. Statt mit den vielen Verpflichtungen zu hadern, sollte man seine Aufgaben nach Prioritäten ordnen, ab und zu aussortieren oder auch einfach mal liegen lassen und sie augenzwinkernd mit dem Zitat des "Gebrauchsphilosophen" Klaus Klages betrachten:

Das Leben kann Spuren von Müssen enthalten.
Klaus Klages (*1938)

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Autor: Anke Fähnrich


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