12.07.2018

Wissen = Wettbewerbsvorteil!


Kürzlich habe ich an einer Umfrage GDCh-Sektion "Vereinigung für Chemie und Wirtschaft (VCW)" zum Thema "Arbeitsleben 4.0 in der Chemieindustrie" teilgenommen. Wer das, wie ich, auch getan hat, der wird festgestellt haben, dass es so manche Fragen in sich hatten. Denn es wurde vorausgesetzt, dass man sich mit Begriffen wie "Big Data", "Block Chain-Technologien" etc. auskennt und abschätzen kann, wie sich deren Wichtigkeit in der Zukunft entwickeln wird.

Aus der Diskussion mit anderen Teilnehmern weiß ich, dass bei einigen eine große Unsicherheit entstand, weil man merkte, dass einem teilweise die Diskussionsgrundlage fehlte oder diese nur rudimentär vorhanden war und man sich gar keine seriösen Antworten zutraute.

Diese Tendenz ist leider sehr weit in unserer Gesellschaft verbreitet und ein immer größerer Teil der Bevölkerung droht daher den Anschluss beim Thema Digitalisierung zu verlieren. Viele, wenn nicht alle, aktuellen Entwicklungen stehen im Zusammenhang mit der Digitalisierung, die schon ganze Industriezweige umgekrempelt hat oder komplett auszulöschen droht, wenn man nicht rechtzeitig gegensteuert. Die neuen Gegebenheiten zu ignorieren, Panik zu schüren oder das Rad durch zweifelhafte Gesetzesinitiativen und Lobbyarbeit zurückdrehen zu wollen, werden maximal kurzfristige regionale Erfolge bringen.

Online-Apotheken wird es weiter geben, Google und Facebook werden einen immer größeren Anteil des klassischen Anzeigengeschäfts abwickeln, Online-Shops werden den stationären Geschäften weitere Marktanteile abjagen, andere Mobilitätslösungen als heute sind zukünftig alternativlos etc. Diese Liste ließe sich seitenweise fortführen ...

Viel sinnvoller wäre es, sich den neuen Gegebenheiten stellen, die Chancen zu sehen und zu ergreifen, denn oft gibt es sie! Dazu muss man aber bereit sein, ständig dazuzulernen und seine Geschäftsmodelle regelmäßig zu evaluieren und zu modifizieren.

Der US-amerikanische Astrophysiker und Sachbuchautor Carl Sagen bringt das Problem sehr gut auf den Punkt:

Wir leben in einer Gesellschaft, die hochgradig von Technologie abhängig ist, in der aber kaum jemand etwas von Technologie versteht.
Carl Sagan (1934-1996)

Man kann es auch umdrehen: Wer etwas von Technologien, beispielsweise im Bereich der Digitalisierung, versteht, kann dadurch einen enormen Wettbewerbsvorteil erreichen, wenn er es richtig anstellt. Dazu braucht man heute kein Großkonzern mehr zu sein ...

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Autor: Dr. Torsten Beyer


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