14.12.2017

Die Curies - eine Familie im Dienst der Wissenschaft


Die polnische Chemikerin und Physikerin Marie Curie war sicher eine der bedeutendsten Wissenschaftlerinnen und gleichzeitig Vorreiterin in vielen Männerdomänen. So ist sie bis heute die einzige Frau, die zwei Nobelpreise in unterschiedlichen Fachgebieten erhielt (1903 in Physik, 1911 in Chemie). Sie war die erste Nobelpreisträgerin überhaupt und zusammen mit Ihrer Tochter Irène Joliot-Curie (Nobelpreis für Chemie 1937 zusammen mit ihrem Ehemann) das einzige Mutter-Tochter-Paar in der langen Reihe der Nobelpreisträger, in der der Name Curie fünfmal auftaucht. Man könnte diese Liste noch fortführen, wobei die Leistungen von Marie Curie umso bedeutender sind, weil sie zu der damaligen Zeit extrem viele Widerstände überwinden musste, sich aber nicht von Ihren Zielen abbringen ließ.

Unter anderem verließ sie ihre Heimat in jungen Jahren, weil Frauen dort nicht studieren durften, und zog nach Frankreich. Zusammen mit Ihrem Ehemann Pierre Curie, mit dem Sie den Physik-Nobelpreis 1903 erhielt, forschte und experimentierte sie ihr ganzes Leben leidenschaftlich und unter Einsatz Ihrer Gesundheit. Dass sie 67 Jahre alt wurde grenzt fast ein medizinisches Wunder, wenn man liest, mit welchen Mengen radioaktiver Substanzen sie gearbeitet hat, um das zu ihren Ehren benannte Element Polonium aus Uranerzen zu extrahieren. Auch die Entdeckung und Erforschung der Radioaktivität wird immer eng mit ihrem Namen verbunden bleiben.

Um ihre lebenslange Begeisterung und ihren unermüdlichen Antrieb für immer neue Experimente zu verstehen, ist das folgende Zitat sicher ein Fingerzeig an jeden heutigen Experimentator:

Ein Gelehrter in seinem Laboratorium ist nicht nur ein Techniker; er steht auch vor den Naturgesetzen wie ein Kind vor der Märchenwelt.
Marie Curie (1867 - 1934)

Weniger bekannt ist, dass Marie Curie noch eine zweite Tochter hatte, die keine Karriere in den Naturwissenschaften machte, sondern Konzertpianistin und Autorin wurde. Eve Curie Labouisse veröffentlichte 3 Jahre nach dem Leukämie-Tod von Marie Curie eine Biografie und Hommage an ihre Mutter, die bis heute als Klassiker unter den Wissenschaftlerbiographien gilt, in 32 Sprachen übersetzt und 1943 sogar in Hollywood verfilmt wurde - ein weiterer Beleg für die außergewöhnlichen Leistungen und Begabungen der Familie Curie. Im Jahr 2016 kam übrigens ein weiterer Film über das Leben von Marie Curie in die Kinos.

» Die Familie Curie

» Madame Curie: Eine Biographie (FISCHER Taschenbuch, 1983)

» Marie Curie (Kino-Film, 2016)

Autor: Dr. Torsten Beyer


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