09.11.2017

Wenn ich groß bin werde ich ... erfolgreich


"Erfolg haben" steht wahrscheinlich auf jeder Wunschliste ziemlich weit oben. Bereits im Kindesalter werden wir dazu angehalten, Dinge gut und dann noch besser zu machen. Nach der erfolgreich absolvierten Schulzeit beginnt dann das Berufsleben, in dem man in der Regel eine gute Karriere anstrebt, also Erfolg haben möchte.

Schon früh lernen wir "von Nichts kommt Nichts" oder "ohne Fleiß keinen Preis" gefolgt von "man soll sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen" oder wie der deutsche Aphoristiker Fred Ammon formuliert:

Erfolg ist wie ein Kaminfeuer, man muss ständig nachlegen.
Fred Ammon (*1930)
Jeder, der sich auf der Karriereleiter befindet oder befand, wird dem zustimmen. Wer stehen bleibt - also keinen "Holzscheit nachlegt" - wird leicht überholt oder sogar abgehängt. Das ist das Schicksal unzähliger Frauen, die dem Wunsch nach einer Familiengründung nachgegeben haben. Zunehmend sind allerdings auch Männer betroffen, die sich für eine längere Elternzeit entscheiden oder gar auf Teilzeitarbeit umsteigen, um am Familienleben gleichberechtigt teilhaben zu können. In vielen, vielleicht sogar in den meisten Fällen wird der berufliche Erfolg weniger werden oder ganz ausbleiben. Den Spagat zwischen Familie und Karriere schaffen nur wenige so, dass beide Lebensbereiche zufriedenstellend bewältigt werden können. Grundvoraussetzung dafür ist neben großem eigenen Engagement und einer passenden Infrastruktur im familiären Umfeld, dass sowohl der Lebenspartner als auch der Chef das Modell mittragen. Das ist leider noch immer nicht die Regel!

Die Kehrseite des Kaminfeuers "Erfolg" ist allerdings, dass man auch aufpassen muss, dass es sich nicht zum Flächenbrand entwickelt, weil zu großzügig angefeuert wurde. Wer zu sehr auf Erfolg aus ist, nicht nach links und rechts sieht, hinterlässt nicht selten "verbrannte Erde" in Form enttäuschter Mitmenschen oder verärgerter Kollegen.

Ein Kaminfeuer ist dann perfekt, wenn es gleichmäßig lodert, angenehm wärmt und wenig Qualm und Rauch verursacht. So verhält es sich auch mit dem Streben nach Erfolg: Regelmäßiges Nachlegen von Holzscheiten, verbunden mit einer gut ausgebauten Feuerstelle in der das Feuer gut geschützt ist, so dass es eine Zeit ohne Aufsicht brennen kann ohne umgehend zu verlöschen.

Übersetzt heißt das: es braucht einen gesunden Ehrgeiz, der nicht "über Leichen geht" sondern mit Wegbegleitern kooperiert und Synergieeffekte nutzt sowie die Chance dazu eine berufliche Pause einlegen zu können, ohne gleich auf das berufliche Abstellgleis geschoben zu werden.

Mittlerweile trifft man immer öfter auf Menschen, die Erfolg nicht hauptsächlich über ihre Arbeit, sondern über persönliche, selbstgesteckte Ziele im privaten Bereich definieren. Grundsätzlich eine gute Idee, allerdings muss auch deren Lebensunterhalt irgendwie finanziert werden. Dafür wiederum ist ein erfolgreicher Job sehr von Nutzen!

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Autor: Anke Fähnrich


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