27.10.2017

Das Fließverhalten von Katzen


In diesem Jahr ging der Ig-Nobel Preis an den französischen Physiker Marc Antoine Fardin für seine Publkation "On the Rheology of Cats", die bereits 2014 im Rheology Bulletin erschien. Er erhielt die Auszeichnung für die Erörterung der Frage, ob Katzen sowohl Feststoff als auch Flüssigkeit sein können.

Katze im Glas
Foto: Peregrino Will Reign
Nun, die Katzenbesitzer unter den Lesern werden diese Frage sicher nicht ganz abwegig finden, sind diese Tiere doch dafür bekannt, durch kleinste Spalten und in winzige Hohlräume zu "fließen", um einen Leckerbissen zu ergattern oder ihre Ruhe zu haben.

Inspiriert von der "Meta-Studie" "Cats are Liquids" auf der Internetplattform boredpanda prüft Fardin diese Behauptung mit Hilfe der modernen Rheologie.

Ausgehend von der Definition der Aggregatzustände "fest" (wirkt keine äußere Kraft auf einen Stoff ein, behält er seine Form bei) und "flüssig" (der Stoff passt sich in seiner Form der Umgebung an) stellt Fardin seine Überlegungen an. Unter Zuhilfenahme der Deborah-Zahl, die die Zeitabhängigkeit des viskoelastischen Verhaltens einer Flüssigkeit als Verhältnis ihrer Relaxationszeit zur Beobachtungszeit definiert, zeigt er auf, wann Katzen eher die Merkmale von Feststoffen bzw. die von Flüssigkeiten zu eigen sind. Im weiteren Verlauf seiner Ausführung zeigt Fardin Beispiele für Fließgrenze, Spannungsrheologie sowie die Adhäsionskraft an senkrechten Oberflächen.

Der Übergang einer Katze vom festen in den "flüssigen" Aggregatzustand kann eindrucksvoll durch einem einfachen Versuch belegt werden: Dazu benötigt man lediglich einen kleinen leeren Karton, eine Katze und etwas Zeit.

Für diejenigen, die gerade keine Katze zur Hand haben, haben wir die folgenden Links zusammengestellt.

» Versuchsanweisung "Änderung des Aggregatzustands einer Katze"

» "Katze in der Flasche"

» Originalpublikation (Seite 16ff)

Autor: Anke Fähnrich


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