19.10.2017

Geliebte Arbeit


Dass ich Chemische Verfahrenstechnik studiert habe, ruft bei der überwiegenden Mehrheit meiner Mitmenschen ungläubiges Erstaunen bis offen ausgelebte Abscheu hervor. Nur wenige können verstehen, dass man so ein "schweres Studium", für das man "so viel lernen" muss, erfolgreich beendet und sogar Spaß dabei hat. Meist halte ich den Skeptikern dann das Zitat

Wenn man eine Arbeit mag, dann ist es keine Arbeit.
Anders Jonas Ångström (1814 - 1874)
entgegen. Vielleicht wurde A.J. Ångström als Physiker, Namensgeber der Größenordnung für Atomradien und Wegbereiter der Spektroskopie, mit ähnlicher Verwunderung über seine Berufswahl konfrontiert, hat doch auch die Physik keine allzu große Lobby als Schul- oder Studienfach.

Ångström trifft mit seinem Zitat, wie ich finde, den Nagel auf den Kopf. Jeder kann sicher aus dem Stegreif ungeliebte Aufgaben aufzählen, die eigentlich leicht zu bewältigen wären, aber in echte Schwerstarbeit ausarten können. Auf der anderen Seite kennt jeder körperlich anstrengende oder geistig anspruchsvolle und Tätigkeiten, die ihm leicht von der Hand gehen und im "Null-Komma-Nix", ohne großes Aufheben erledigt sind.

Leider können wir uns nicht immer aussuchen, welche Arbeiten verrichtet werden müssen und nicht alles delegieren, was uns keinen Spaß macht. Um ein zufriedenes Leben führen zu können müssen sich Arbeit und "keine Arbeit" allerdings die Waage halten.

Jeder, der auch im Berufsleben einer Arbeit nachgeht, die ihm Spaß macht, kann sich glücklich schätzen. Allen anderen kann ich empfehlen, sich (zeitliche) Nischen zu suchen diese mit Hobbys oder ehrenamtlichen Tätigkeiten zu füllen und so die neuerdings viel zitierte "Work Life Balance" zu erreichen.

» Mehr über Ångström

Autor: Anke Fähnrich


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