28.08.2017

Dick durch Hausstaub?


Wissenschaftler der Duke University in North Carolina haben Erschreckendes festgestellt: Hausstaub und häufig in Innenräumen vorkommende teilflüchtige organische Chemikalien (SVCO) können die Energiespeicherung von Fettzellen erhöhen; will heißen: Staub macht dick.

Für ihre Studie setzten die Wissenschaftler Zellen Staubextrakten und SVCOs aus und stellten eine teilweise "signifikante adipogene Aktivität" fest. Eine weiter fatale Erkenntnis dieser Studie besagt, dass bereits eine Staubkonzentration unterhalb des von der US-amerikanischen Umweltbehörde EPA festgelegten Kinderbelastungsniveaus ausreicht, um Auswirkungen auf den menschlichen Organismus zu haben. Es reicht also nicht, mal eben kurz durchzuwischen und die Wollmäuse aus den Ecken zu saugen, möchte man nicht Gefahr laufen, mit zusätzlichen Pölsterchen bestraft zu werden.

Beim Lesen dieser Nachricht musste ich spontan an das Krümelmonster der Sesamstraße denken, das seit geraumer Zeit keine Kekse mehr essen darf, da es den immer dicker werdenden amerikanischen Kindern ein schlechtes Vorbild war. Wurde es zu Unrecht zum Obstessen verdonnert?

Allerdings eröffnen die Forschungen der Duke University auch neue Perspektiven: Besteht eventuell die Möglichkeit, weitere Kinderhelden in die Gesundheitsvorsorge zu integrieren? Könnte man nicht beispielsweise die Maus, Superman oder Harry Potter mit einem Staubwedel ausstatten, um Kindern und Jugendlichen zu vermitteln, wie wichtig es ist Staub zu wischen, damit sie nicht dick werden? - Am besten natürlich nicht nur im Kinderzimmer, sondern in der ganzen Wohnung und bitte auch auf dem Schrank.

Sollte man nicht weitere Sonderforschungsbereiche einrichten, um die gesundheitsfördernde Wirkung weiterer lästiger Arbeiten im Haushalt oder Alltag zu untersuchen? Die cholesterinsenkende Wirkung des Aufräumens würde mich persönlich zum Beispiel sehr interessieren. - Ich hätte auch schon jemanden im Auge, den ich gegebenenfalls von dieser wichtigen, der Gesundheit zuträglichen Forschung umgehend in Kenntnis setzen würde.

» Originalpublikation

Autor: Anke Fähnrich


» Kommentieren


Abonnieren:

Empfehlen: