27.07.2017

Gute Idee!


Immer wieder geschieht es, dass neue Erfindungen oder Dinge, die den Alltag bereichern oder erleichtern, auf den Markt kommen, bei denen man denkt: "Oh Mann! - Warum ist mir das nicht eingefallen?". Mein Lieblingsbeispiel dazu ist der Klettverschluss, der zwar schon deutlich älter ist als ich, aber ein guter Hinweis darauf, dass manche Dinge einfach zu offensichtlich sind, um als bahnbrechend erkannt zu werden.

Auch wenn ich den wissenschaftlichen Beweis dafür schuldig bleiben muss, bin ich mir absolut sicher, dass unzählige Menschen nach einem Wald- und Wiesenspaziergang und dem Kontakt mit den Früchten der Großen Klette Arctium lappa dachten: "Schon wieder so ein Mist-Ding in den Haaren / Kleidern / Hundefell". Erst der Schweizer Ingenieur und passionierte Jäger Georges de Mestra dachte, was noch niemand gedacht hatte, entwickelte den Klettverschluss und meldete ihn 1951 zum Patent an. Wer möchte auf diese Erfindung heute noch verzichten?

Das Offensichtliche erkennen, Zusammenhänge entdecken und neue Wege gehen - rückblickend betrachtet scheint das immer ganz einfach. Manchmal muss man aber auch gar kein Naturwissenschaftler oder Forscher sein, um Kassenschlager zu entwickeln, sondern einfach nur zur richtigen Zeit, am richtigen Ort den richtigen Nerv treffen.

Als Beispiele möchte ich hier die Stapelbecher, die unter dem deutlich cooleren Label "Speed Stacking Cups" eine Zeitlang die Menschheit im Atem hielten, oder die gerade aktuellen "Fidget Spinner" anführen. Letztere sind so beliebt, dass sie teilweise gar nicht mehr zu bekommen, weil ausverkauft, waren. Über den Sinn oder Unsinn dieser Dinge mag man geteilter Meinung sein, sicher haben sie aber ihren "Erfindern" den einen oder andern Euro eingebracht.

Erfindungen wie der Klettverschluss, oder Forschungsergebnisse wie die Isolierung der Ascorbinsäure, wofür der ungarische Naturwissenschaftler Albert Szent-Györgyi von Nagyrápolt mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde, haben die Menschheit sicher nachhaltiger beeinflusst oder weitergebracht. Vielleicht sollte man sich sein Zitat:

Forschung ist, zu sehen, was schon jeder gesehen hat und zu denken, was noch niemand gedacht hat.
Albert Szent-Györgyi von Nagyrápolt (1893-1986)

zu Herzen nehmen und das Offensichtliche mit anderen Augen betrachten und gedanklich neue Wege gehen. Auch wenn keine bahnbrechende Erfindung dabei herauskommt, kann man doch davon ausgehen, dass neue Perspektiven und Gedanken in der Regel etwas Positives mit sich bringen - und das hat noch niemandem geschadet.

» Mehr über Albert Szent-Györgyi von Nagyrápolt

» Mehr zum Klettverschluss

Autor: Anke Fähnrich


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